Unheimlich ist es: Roboter bauen Autos, operieren Menschen und neuerdings schreiben sie auch journalistische Texte. Da macht man sich natürlich Gedanken über den eigenen Arbeitsplatz. Noch sind die Arbeitslosenzahlen tief, aber wie ist es in zehn Jahren? Werden uns bis dann die Roboter ersetzt haben? Oder bleiben wenigstens noch ein paar Bullshit-Jobs übrig, für die die Roboter zu intelligent sind?

Aufgrund von Beobachtungen auf meinem Arbeitsweg kann ich nun Entwarnung geben. Offensichtlich zeichnet sich bereits ein Gegentrend ab. Immer mehr Lichtsignale, die nichts anderes sind als Roboterpolizisten, werden durch Verkehrsregler aus Fleisch und Blut ersetzt. An zwei von drei grossen Kreuzungen, die ich auf meiner Pendlerstrecke überquere, steht eine Dame oder ein Herr mit eleganten Handschuhen. Mit einer sanften, aber energischen Handbewegung bremsen die Verkehrsdirigenten die heranbrausenden Autos, sobald sich ein Fussgänger nähert. Wenn man dann über den Zebrastreifen schreitet, winken sie. Während man erhaben über den Fussgängerstreifen schreitet, glaubt man in ihrer Bewegung eine leichte Verbeugung zu erkennen. Eine solche Grazie bekommt keine Ampel dieser Welt hin. Das muss der Grund sein für den vermehrten Einsatz humaner Verkehrsampeln.