Kommentar

Neue Chancen für innovative Bauern

Der grüne Nationalrat und Biobauer Klilian Baumann produziert zwar selber Rindfleisch, will aber dennoch, dass sich die Landwirtschaft radikal verändert – und er fordert die Halbierung des Fleischkonsums.

Selten wurde so leidenschaftlich über die Landwirtschaft diskutiert wie heute. Während die einen tierische Produkte verteufeln und nur noch vegan essen, zelebrieren andere den Fleischkonsum als Insel des Genusses – unabhängig von Klimadebatte und schlechtem Gewissen. Neo-Nationalrat und Bio-Bauer Kilian Baumann liegt mit seiner Forderung, den Fleischkonsum zu halbieren, um «den Planeten zu retten», auf jeden Fall im Trend: Die Landwirtschaftspolitik ist zu einer Projektionsfläche für Visionen einer besseren Welt geworden. Essen ist politisch.

Gross ist die Macht der Konsumenten. Sie haben es bei jedem Einkauf selber in der Hand, sich für das Bio-Produkt zu entscheiden, das zwar teurer ist, aber Aspekte wie Nachhaltigkeit und Tierwohl viel stärker berücksichtigt. Aber der Ball liegt vor allem auch bei den Bauern selber. In einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt sehnen sich Menschen nach Heimat. Nach Gemüse und Fleisch, das aus ihrer Region stammt. Nach ökologisch angehauchten Geschichten, die einem beim Kauf der Produkte ein gutes Gefühl geben.

Anstatt sich gegen dringend notwendige ökologische Veränderungen zu stemmen, sehen erfreulicherweise immer mehr Bauern hier auch Chancen: Mit innovativen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln, für die der Konsument gerne einen höheren Preis zahlt. Klimastreiks, wachsendes Umwelt-Bewusstsein: Nie waren die Voraussetzungen dafür besser.

Autor

Jürg Ackermann

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