Wintersaison

Not macht erfinderisch

Die Talsohle im Tourismus ist erreicht: Die Skifahrer kehren zurück.

Die Talsohle im Tourismus ist erreicht: Die Skifahrer kehren zurück.

In den Bergen macht sich nach Jahren der Flaute wieder vorsichtiger Optimismus breit. Die grossen Schweizer Skigebiete melden gute Buchungszahlen.

Die Prognosen für die Wintersaison waren zappenduster. Und jetzt das: Die Schweizer Skigebiete melden einen guten bis sehr guten Buchungsstand. Zwar hängt noch vieles vom weiteren Saisonverlauf ab, denn die Touristen entscheiden immer kurzfristiger, machen ihre Ferien vom Wetter und Schnee abhängig. Aber der Einbruch bei den Gästezahlen, den viele Destinationen erwartet haben, scheint auszubleiben.

Woran liegts? Zwei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat man in den Berggebieten begriffen, dass weder die Nationalbank noch der Staat sie retten wird. Statt weiterzujammern, haben sie das Heft selber in die Hand genommen. Not macht erfinderisch: Vermehrt arbeiten Skigebiete nun zusammen, bieten Kombi-Karten an und locken mit Sonderangeboten. Für Aufsehen sorgte insbesondere Saas Fee mit einem Saisonabonnement für 222 statt 1050 Franken.

Noch nicht gelungen ist es, die wichtigste ausländische Gästegruppe zurückzuholen: Die Deutschen fahren viel öfter nach Österreich. Wer seinen Lohn in Euro bekommt, für den ist die Schweiz offenbar auch mit RabattAngeboten zu teuer. Dass sich in den Bergen dennoch eine gute Saison abzeichnet, ist vor allem den einheimischen Gästen zu verdanken: Die Schweizer machen wieder vermehrt im eigenen Land Ferien. Jene Destinationen, die gezielt auf inländische Feriengäste setzen, profitieren besonders stark, etwa die Lenzerheide, die auf einen inländischen Gästeanteil von 90 Prozent kommt.

An vielen anderen Orten besteht hier, nicht zuletzt für Familien und in der Hotellerie, noch einiges Potenzial.

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