Pharma

Roche kauft US-Biotechfirma: Eine Wette auf die Zukunft

Andreas Möckli: «Nur weil Roche nun «günstiger» zum Zug kommt, ist der Erfolg der Übernahme noch längst nicht garantiert.»

Andreas Möckli: «Nur weil Roche nun «günstiger» zum Zug kommt, ist der Erfolg der Übernahme noch längst nicht garantiert.»

Roche zahlt 4,3 Milliarden Dollar für eine Biotechfirma, die etwas mehr als 300 Mitarbeiter zählt und dazu Verlust schreibt. Auf den ersten Blick scheint damit der hohe Kaufpreis absurd. Doch für junge Firmen wie Spark Therapeutics gelten andere Massstäbe.

Ihre Bewertung leitet sich vor allem aus dem Potenzial der Medikamente ab, die sie erforschen. Im Falle von Spark handelt es sich um vielversprechende Gentherapien, die im besten Falle Heilung der zu behandelnden Krankheiten ermöglichen.

Mit der Übernahme setzt Roche auf ein zukunftsträchtiges Feld. Spark hat mit einem bereits lancierten Medikament bewiesen, dass der gewählte Forschungsansatz Potenzial hat. Ob er sich auch auf andere Krankheiten anwenden lässt, wird sich nun zeigen.

Zudem hat das Management von Roche Nerven gezeigt und trotz eines gewissen Hypes in Sachen Gentherapien Geduld bewiesen. Denn im Vergleich zum Höchststand im vergangenen Juli hat der Aktienkurs von Spark 44 Prozent an Wert eingebüsst.

Doch nur weil Roche nun «günstiger» zum Zug kommt, ist der Erfolg der Übernahme noch längst nicht garantiert. Es werden Jahre ins Land ziehen, bis sich zeigt, ob Roche mit dem Kauf von Spark ein geschickter Schachzug gelungen ist. Das gilt natürlich auch für den Fall, sollten sich die Basler verspekulieren.

Dass dies passieren kann, zeigt der Fall Intermune. Roche hat die US-Firma 2014 für 8,3 Milliarden Dollar gekauft. Mittlerweile musste Roche einen Abschreiber von 2 Milliarden Franken vornehmen. Im Fall von Spark heisst es nun: Top, die Wette gilt.

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