Der grausame Vierfachmord von Rupperswil hat die Schweiz vor zwei Jahren zutiefst erschüttert. Zu Recht betrieben die Strafverfolgungsbehörden einen ausserordentlichen Aufwand, um dieses Verbrechen aufzuklären. Ob die Überprüfung von 30'000 Handydaten zum Erfolg führte, wissen wir nicht. Die Strafverfolgungsbehörden geben nicht preis, wie sie dem mutmasslichen Täter auf die Schliche gekommen sind.

Bekannt ist dagegen: Die Handydatenüberprüfung kostete sehr viel Geld. Nun wird sich kaum jemand finden, der diese Massnahme bei einem derartigen Verbrechen in Zweifel zieht, wenn man mit anderen Ermittlungsansätzen nicht weiterkommt. Klar ist aber auch, dass – auch aus Datenschutzgründen – so ein Vorgehen nur bei einem Kapitalverbrechen infrage kommt.

Doch wer zahlt die enorme Rechnung dieser Handydatenüberprüfung? Und ist sie vor allem angemessen? Der Aargau muss zahlen, sagt das Gericht, aber voraussichtlich markant weniger. Das ist ein salomonisches Urteil. Es kann ja nicht sein, dass ein Kanton so hohe Kosten stemmen muss, wie sie der Bund weiter verrechnen wollte. Sonst könnten gerade in kleinen Kantonen schwere Verbrechen unaufgeklärt bleiben, weil teure, aber erfolgversprechende Methoden nicht eingesetzt werden.

Umgekehrt ist es aber auch richtig, dass ein Kanton Kosten übernimmt. Dies schärft das Kostenbewusstsein der Strafverfolgungsbehörden. Es gibt Gewähr, dass sie auch künftig nur in ausserordentlichen Fällen so umfassende Datenüberprüfungen verlangen.

Handyauswertung kostet nun nur 200'000 Franken

"TeleM1"-Bericht: Handyauswertung kostet den Aargau wohl nur 200'000 Franken

800'000 Franken stellte der Bund dem Aargau ursprünglich für die Fahndung im Mordfall Rupperswil in Rechnung. Viel zu viel, befindet das Bundesverwaltungsgericht.