Peter Hegglin, Ständerat der CVP und nun Bundesratskandidat, gilt im Bundeshaus nicht als Mann der grossen oder der vielen Worte. Aber er ist ein Wortschöpfer. Eine Interpellation, die er am 25. September einreichte, trägt den Titel: «Postfinance-Entscheid – sind die Risiken handelbar?».

Wir Durchschnittsleser mögen nun vermuten, dass der langjährige Finanzdirektor des wirtschaftsstarken Kantons Zug wissen will, ob ein Handel mit den Risiken der Postfinance möglich ist, ob sich hier ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Nach dem Muster des Emissionsrechtehandels bei Treibhausgasen etwa.

Aber misstrauische Beamte in Bern unterzogen den Hegglin’schen Gebrauch des Wortes «handelbar» einer näheren Prüfung. Wörterbücher wie der Duden halfen zunächst nicht weiter. «Gehandelt werdend», «im Handel erhältlich», wird die Bedeutung des Wortes umschrieben.

Erst ein Zukunftsforscher brachte die Bundesverwaltung auf die Spur. Es zeigte sich, dass der Zuger Ständerat seiner Zeit und Sprache voraus war. Es handelte sich beim verwendeten Wort «handelbar» um künftiges Neudeutsch, entlehnt aus dem Finanzdirektorenenglisch. Der Ausdruck kommt von «to handle» («händl» ausgesprochen), was so viel bedeutet wie handhaben, bewältigen. «Händelbär» ausgesprochen.

«Les risques sont-ils maîtrisables?», übersetzten die Parlamentsdienste trocken in der welschen Version des Vorstosses. Andere Arbeiten laufen noch: «Titolo segue», steht über der Italienisch-Version. Noch kniffliger scheint die Rückübersetzung des Hegglin’schen Lehnwortes zurück ins Englische. Wer die Englisch-Version anklickt, kriegt den französischen Titel.