Trotz Prämienverbilligung geben bedürftige Haushalte im Schnitt 14 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Prämien aus, in Kantonen wie Jura oder Baselland gibt es Familien, die 23 Prozent ihres Budgets an die Krankenkasse bezahlen. Also fast jeder vierte Franken! Abhilfe ist nicht in Sicht. Denn während die Prämien steigen, schnüren die Kantone ein Sparpaket nach dem anderen. Dass dies nicht mehr tragbar ist, haben nun auch die Parteien gemerkt. Alle entwickeln Ideen, um den steigenden Prämien und Gesundheitskosten entgegenzuwirken.

Die markigste Reform schlägt die SP vor, welche die Prämienlast bei 10 Prozent deckeln will. Nur löst ein Deckel das Problem nicht. Die Gesundheitskosten wachsen weiter. Anstatt der Versicherten müssten nun die Steuerzahler hinhalten – und die klammen Kassen der Kantone für zusätzliche Prämienverbilligungen füllen.

Nachhaltig Wirkung entfalten würde ein Umbruch in der Spitallandschaft, der überfällig ist. Wenn sogar der Chef der Zürcher Krankenhäuser eingestehen muss, dass es in seinem Kanton 20 bis 30 Prozent Überkapazitäten gibt, müssten eigentlich überall die Alarmglocken schrillen. Die Kantone bewegen sich, aber nur langsam. Sie planen, Spitäler in Zentren für Grundversorgung umzufunktionieren, und schauen erstmals über die Kantonsgrenze hinaus. Allen voran die hoch spezialisierte Medizin müsste auf ein bis zwei Standorte beschränkt werden. Nur ein radikaler Umbau der Spitallandschaft kann eine Entlastung für alle bringen.

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