Kommentar

Trump und Kim Jong Un: Zurück zu «Feuer und Wut»?

Doch kein Treffen am 12. Juni: US-Präsident Donald Trump (links) hat das mit Spannung erwartete Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un abgesagt. (Archiv)

Doch kein Treffen am 12. Juni: US-Präsident Donald Trump (links) hat das mit Spannung erwartete Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un abgesagt. (Archiv)

US-Präsident Donald Trump hat das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Präsident Kim Jong Un platzen lassen. Der Kommentar.

Nun also doch kein Gipfel. US-Präsident Donald Trump gab Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gestern einen Korb. Zu viel Feindseligkeit habe dessen Regime den USA zuletzt entgegengebracht. Das geplante Treffen am 12. Juni werde deshalb nicht stattfinden können.

Den Gipfel abzusagen, ist unter dem Strich nicht die schlechteste Idee. Denn die Vorstellungen, welches Ergebnis dieses Treffen hätte bringen können, lagen bis zuletzt zu weit auseinander: Die US-Regierung erwartete, dass Trump mit nichts weniger als der glaubhaften Zusage der unmittelbaren, umfassenden und nachweisbaren Denuklearisierung Nordkoreas aus dem Treffen herauskommt.

Woher dieser Optimismus kam, bleibt ungewiss. Nordkorea hatte jedenfalls zu keiner Zeit Anzeichen geliefert, dass das Land tatsächlich dazu bereit wäre. Atomwaffen sind – und bleiben – Kims Lebensversicherung.

Die Trump-Regierung hatte ihrerseits klargemacht: Sollte Kim nicht auf das eingehen, was die USA offerieren, ereile ihn unweigerlich das Schicksal des (mit US-Hilfe gestürzten) libyschen Diktators Gaddafi. Um einen offenen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu vermeiden, ist unter diesen Voraussetzungen kein Gipfel besser als ein gescheiterter Gipfel.

Die Absage öffnet aber auch eine Tür: Sollten sich beide Seiten zu kleinen, aber umso ernsthafteren diplomatischen Schritten durchringen können, ist Entspannung nicht ausgeschlossen. Die Alternative wäre ein Rückfall in die «Feuer und Wut»-Rhetorik aus dem vergangenen Spätsommer – und damit eine weitere Zuspitzung der Lage.

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