Wahlkampf in Zug

Unbelehrbare Politiker

Beat Villiger

Beat Villiger

Beat Villiger, der Sicherheitsdirektor des Kantons Zug, schweigt weiterhin zum ominösen Fall um sein Auto. Dieses war in einer Polizeikontrolle in Luzern hängen geblieben. Das Verfahren wurde eingestellt. Der ehemalige Basler Staatsanwalt und Polizeikommandant Markus Mohler, der Akteneinsicht in dem Fall hatte, kritisiert nun: «Die Verdachtsmomente für zwei Delikte sind derart deutlich, dass eine Anklage hätte erfolgen müssen.»

Wieder gerät ein kantonaler Exekutivpolitiker in die Bredouille. Erst die freisinnigen Polit-Stars aus der Westschweiz, Pierre Maudet und Pascal Broulis, wegen Auslandsreisen und dem Verdacht auf Vorteilsnahme.

Und jetzt der Zuger CVP-Regierungsrat Beat Villiger, gegen den die Justiz gleich zweimal ermittelt hat. Ihm wurde vorgeworfen, ein Auto einer Person überlassen zu haben, die nicht im Besitz des erforderlichen Führerscheins ist. Das Verfahren ist eingestellt worden, trotz Widersprüchen, die aber geheimgehalten werden.

Die drei Fälle sind unterschiedlich, doch sie haben eines gemeinsam: Sie wurden von Medien publik gemacht, die fehlbaren Politiker versuchten, sie zu vertuschen; Pierre Maudet hat sogar brandschwarz gelogen. Dass diese Strategie praktisch nie funktioniert, weder bei Lokalpolitikern noch bei US-Präsidenten (Fall Nixon), müsste längst bekannt sein. Doch nicht alle begreifen das. Darum ist es gut, dass insbesondere die CVP ihre Bundesratskandidaten schonungslos durchleuchten will.

Fehler machen ist menschlich, oft sind die Bürger bereit, zu verzeihen. Doch Fehler zu vertuschen oder gar zu leugnen: Das wird weniger denn je akzeptiert. Dann beginnt eine Negativspirale zu drehen. Friedrich Dürrenmatt schrieb einst: «Eine Geschichte ist dann zu Ende, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.»

patrik.mueller@chmedia.ch

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