Befremdend

Waffenwahn in den USA: Trump ist nicht das Hauptproblem

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Die Tiraden des Präsidenten sind befremdend. Wer den Waffenwahn in den USA aber stoppen will, muss andernorts ansetzen.

Der Fingerzeig ist schnell getan: ein offenbar rassistisch motivierter Amerikaner erschiesst an einem Treffpunkt mexikanischer Migranten 20 Personen und verletzt 26 weitere teils schwer. Die politischen Kontrahenten von US-Präsident Donald Trump wittern in diesem tragischen Vorfall politisches Potenzial und machen den Mann im Weissen Haus für den «weissen Terror» mitverantwortlich.

Trumps wiederkehrende Tiraden über die «Invasion» von mexikanischen Einwanderern haben die öffentliche Debatte in den USA über den Umgang mit ethnischen Minderheiten angeheizt. Trumps Aussagen sind Wasser auf die Mühlen amerikanischer Rassisten, das ist keine Frage. Der Hauptgrund für den Waffenwahn im Land, der dieses Jahr in den USA bereits 8734 Menschen das Leben gekostet hat, sind sie aber nicht.

Wer Trumps Aussagen am Ursprung brutaler Attentate wie jenem in El Paso vermutet, verkennt die Tatsache, dass solche Massenschiessereien in den USA seit Jahrzehnten zum traurigen Alltag gehören. Seit 2016 ist die Anzahl dieser Vorfälle wieder rückläufig.

Der Lösungsansatz für das Problem liegt darin, besser zu kontrollieren, wer aus welchem Grund Waffen kaufen will. Trump hat 2018 signalisiert, dass er – entgegen der Empfehlung der Waffenlobby – für solche strengeren «background checks» («Personen-Prüfungen») ist. Vielleicht erinnert er sich in diesen dunklen Tagen ja wieder daran.

samuel.schumacher@chmedia.ch

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