Tagelang ergoss sich Häme über Bundespräsident Ueli Maurer, nachdem er in Washington US-Präsident Donald Trump getroffen hatte. Bei einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN glänzte er – nett ausgedrückt – nicht gerade mit seinen Englischkenntnissen. «I can nothing say to this issue», meinte er irgendwann und wird dabei wohl bereut haben, dass er nicht einfach «kä luscht» gesagt hatte, als er zum Interview gebeten wurde. So wie er es hierzulande auch schon tat.

Und nun das. Nur zwei Monate später scheint aus Maurer ein multilinguales Sprachgenie geworden zu sein. Sein 1.-August-Grusswort an die Auslandschweizer gibt es in nicht weniger als sechs Sprachen: «Hören Sie sein Grusswort auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch», schrieb der Bundesratssprecher zu den Videos, die bereits veröffentlicht wurden. Wie mutig von Maurer, denkt man sich!

Bis man auf die Videos klickt und merkt, dass der Bundespräsident schummelt. Er hält die Rede nur auf Deutsch – und überlässt die anderen fünf Sprachen professionellen Übersetzern. Zu den Auslandschweizern sagt er dann, dass er «manchmal fast ein bisschen neidisch» auf sie sei, denn manchmal würde er sich auch gerne irgendwo anders niederlassen. Das würden wir Maurer auch gönnen, empfehlen ihm aber, davor noch die Sprache des Landes zu büffeln, in das es ihn verschlägt. Die Dolmetscher kann er nach dem Rücktritt nämlich nicht behalten.