Kommentar

Zum «Tag der Pflege»: Superkräfte braucht es nicht

Für Pflegeberufe sind Arbeitsbedingungen nötig, die nicht in die Erschöpfung führen.

Für Pflegeberufe sind Arbeitsbedingungen nötig, die nicht in die Erschöpfung führen.

Die Coronakrise hat deutlich gezeigt, welch wichtige Arbeit Menschen in Pfelgeberufen leisten. Das sollte uns nicht nur am heutigen «Tag der Pflege» bewusst sein.

Der britische Künstler Banksy hat dem Personal im Gesundheitswesen sein neustes Werk gewidmet. Es zeigt eine Pflegefachfrau als Superheldin. In der Pandemie haben Batman und Spiderman ausgedient. Auch im realen Leben erhält das Pflegepersonal Aufmerksamkeit: Applaus tost von Balkonen, und Kameras richten sich auf die Menschen in blauen Schutzanzügen.

Es ist gut, dass die Leistungen der Pflegenden gesehen und geschätzt werden – und dies nicht nur am heutigen «Tag der Pflege». Ihre Arbeit rettet Menschenleben.

Lange wurden ihre Anliegen nicht gehört. Die Konsequenzen sind gravierend: Fast die Hälfte der Pflegefachpersonen steigen vorzeitig aus dem Job aus. Aktuell sind 11 '00 Pflegestellen offen. Und in den nächsten zehn Jahren braucht es 65'000 zusätzliche Fachpersonen.

Es muss also dringend etwas passieren. Eine Überhöhung der Pflegenden führt aber nicht zum Ziel. Wer diesen Beruf ausübt, braucht keine übermenschlichen Kräfte. Vielmehr sind Arbeitsbedingungen nötig, die nicht in die Erschöpfung führen.

Der Pflegemangel könnte jeden von uns treffen. Wer verletzt oder krank im Spital liegt, möchte nicht auf Superhelden hoffen, sondern auf Fachpersonen mit Wissen, Kompetenz und ausreichend Zeit. Dafür braucht es mehr als Applaus, Medienpräsenz oder ein Banksy-Kunstwerk.

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