Bundesasylzentrum

Kanton und Bund haben das Asylzentrum Liestal leichtfertig beerdigt

Das Zivilschutzgelände in Liestal.

Das Zivilschutzgelände in Liestal.

Das Aus des Projektes eines Bundesasylzentrums an der Liestaler Oristalstrasse 100 ist unverständlich. Selten zuvor gab es bei einem Flüchtlingsprojekt so wenig Widerstand. Am Ende scheinen Einzelinteressen das Scheitern besiegelt zu haben.

So positiv der Entscheid für ein Flüchtlingszentrum auf dem Feldreben-Areal in Muttenz gestern war, so unverständlich ist es, das davon unabhängige Projekt des Bundesasylzentrums im Liestaler Oristal zu begraben.

Seit die bz im Frühling publik gemacht hat, dass das alte Zeughaus-Areal an der Oristalstrasse 100 der Favorit für den Bau eines Verfahrenszentrums für rund 350 Asylbewerber ist, waren sich alle einig: Das wäre ein idealer Standort.

Bund, Kanton und Gemeinde sahen die Vorteile genauso wie der Grossteil der Politik und auch der Bevölkerung. Wann hat es das schon einmal bei einem Asylzentrum gegeben?

Die Suche nach den Gründen für das Scheitern gestaltet sich schwierig, da der Bund bis jetzt noch schweigt. Gut möglich, dass der Kanton eine zu hohe Kompensationszahlung für die Umsiedlung der bestehenden Institutionen forderte. Auch die Zeitvorgabe des Bundes scheint tatsächlich sehr ambitiös gewesen zu sein.

Doch gibt es auch Hinweise, wonach beim Kanton nicht alle Direktionen und Amtsstellen am gleichen Strick zogen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass weder das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz noch das – erst gerade modernisierte – Ausbildungs-Zentrum der Polizei ausziehen wollten. Angesichts der Schwierigkeiten in der ganzen Schweiz, passende Standorte für die dringend benötigten Asylzentren zu finden, wurde hier wegen Einzelinteressen eine grosse Chance vertan.

Meistgesehen

Artboard 1