Kommentar

Geld und Willen zusammenführen

Nicolas Drechsler
Pegoraro und Wessels sollen die Schwarzpeterspiele bitte bleiben lassen.

Pegoraro und Wessels sollen die Schwarzpeterspiele bitte bleiben lassen.

Gundelitunnel: Eine regionale Verkehrsplanung ist dringend nötig. Das muss jedem einleuchten, der einmal in einem Stau steckte, der sich weit über die Kantonsgrenzen erstreckte, wie das täglich zu den Stosszeiten der Fall ist.

Die Hin- und Herschieberei des schwarzen Peters zwischen Wessels und Pegoraro ist reine Augenwischerei. Am Ende geht es nicht darum, wer zuerst was planen muss und wer nun wem wofür kein Geld geben will. Das Problem liegt wesentlich tiefer als der Gundelitunnel: In Baselland haben es Strassenbauprojekte politisch wesentlich einfacher als in der Stadt. Aber Baselland hat kein Geld, um sie zu realisieren. In der Stadt wären die Mittel zwar eher vorhanden, dafür der politische Wille nicht, hohe dreistellige Millionenbeträge in Asphalt zu investieren. Besonders dann nicht, wenn man annehmen muss, dass dieser Asphalt vor allem den Baselbietern zugutekommen wird.

Doch eine regionale Verkehrsplanung ist dringend nötig, das muss jedem einleuchten, der einmal in einem Stau steckte, der sich weit über die Kantonsgrenzen erstreckte, wie das mittlerweile praktisch jeden Tag zu den Stosszeiten der Fall ist. Die Verknüpfung der Projekte Gundelitunnel, Rheintunnel, Zubringer Allschwil und Stadttangente ist eben keine politische, sondern eine praktische. Das eine macht ohne das andere wenig Sinn und der Nutzen des gesamten Systems wäre wesentlich höher als die Summe der einzelnen Teile.

Die jetzige Vorgehensweise, einzelne Projekte in verschiedenen Tempi voranzutreiben, sie einzeln dem Volk vorzulegen und dann einzeln zu finanzieren, ist wenig sinnvoll. Besser wäre es, einen Gesamtplan zu erstellen, die Frage der Bundesmittel zu klären und das ganze Paket in beiden Kantonen parallel an die Urne zu bringen. Aber das ist politisch wohl kaum durchzubringen. Weder in der Stadt noch auf dem Land. So kann man nur innerhalb des gegebenen Rahmens das Maximum herauszuholen versuchen. Das bedingt vor allem drei Dinge: Die Schwarzpeterspiele bleiben lassen, ausloten, was leistbar ist, und dann nach verkehrspolitischen Grundsätzen Prioritäten setzen. Diesmal aber bitte gemeinsam.

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Nicolas Drechsler

Nicolas Drechsler

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