Es ist geschafft. Die Hysterie um gewalttätige Fussball-Fans – und dazu gehören nach der Meinung der Swiss Football League (SFL) auch jene, welche Pyros zünden – hat erreicht, dass auf die verschiedensten Grundrechte verzichtet wird.

Für die Hoffnung auf mehr Sicherheit wird in Kauf genommen, dass man Menschen aufgrund ihres Lieblingsvereins den Zutritt zu einer Stadt verwehrt. Oder dass man die Überwachung von Fans auch ausserhalb des Stadions in die Hände privater Kamera-Teams gibt.

Niemand weiss, nach welchen Kriterien die SFL filmt, auswertet und an die Staatsgewalt weiterleitet. Das Totschlag-Argument, «wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten» ist nie weit in einer Debatte, die öffentlich kaum mehr geführt wird.

Zu gross scheint die Bereitschaft, die Kontrolle über seine Daten abzugeben, um jene über ein gesellschaftliches Problem zu erlangen. Denn als Solches müssen «Chaoten» und «Krawall-Brüder» verstanden werden.

Wo sich viele Menschen ansammeln, treten Nebenerscheinungen wie Gewalt und Sachbeschädigung auf. Insbesondere an Anlässen, die Woche für Woche stattfinden. Gewalt soll angemessen bekämpft werden. Aber sicher nicht von privater Seite, sondern von jenen, die das Gewaltmonopol innehaben.

Die SFL ist nicht an einer nachhaltigen Lösung interessiert, sondern bloss daran, dass Gewalt nicht mehr mit Fussball in Verbindung gebracht wird. Dass mit den vorgeschlagenen Massnahmen das Problem nur verlagert wird, zeigen Beispiele aus dem Ausland. Ebenso, dass Überwachung und Einschränkung der Mobilität inakzeptable Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen darstellen.