Waldenburgerli

Rein rational spricht nichts gegen die Meterspur

Das Waldenburgerli soll freie Fahrt für den Wechsel zur Meterspur haben. (Archiv)

Das Waldenburgerli soll freie Fahrt für den Wechsel zur Meterspur haben. (Archiv)

Viele Talbewohner hängen an der exotischen Spurbreite der Waldenburgerbahn. Doch rein rational gesehen sprechen sehr viele Argumente für den Wechsel zur Meterspur.

Die Spurweite der Waldenburgerbahn (WB) soll verbreitert werden; von 75 Zentimetern auf einen Meter. Dieser Vorentscheid der landrätlichen Bau- und Planungskommission ist der einzig richtige: Der Wechsel auf die in der Schweiz für Trams und Regionalbahnen gängige Meterspur bringt günstigere Unterhalts- und Investitionskosten, Synergien und damit eine höhere Planungssicherheit. Der Verbleib bei der 75-Zentimeter-Spur gefährdet langfristig die Finanzierung und damit den Erhalt des Bähnli.

Jene, die für den den Status quo kämpfen, führen die historische Dampfbahn an, die unregelmässig auf dem Trassee der WB verkehrt. Allerdings: Diese Bahn lässt sich technisch auf die Meterspur umrüsten. Von Kosten über 2 Millionen Franken ist die Rede. Stellt die Dampfbahn mit der Lok «Gédéon Thommen» tatsächlich jenen identitätsstiftenden Wert fürs Waldenburgertal dar, dann sollte dieses Geld aufzutreiben sein. Es wäre umgekehrt hanebüchen, alleine wegen der Dampfbahn auf die Umspurung zu verzichten und Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe für die Erneuerung der WB in Kauf zu nehmen.

An einem Podium in Waldenburg hiess es, dass weniger der Dampfzug als vielmehr die 75-Zentimeter-Spur das erhaltenswerte Kulturgut sei. Mit Verlaub: Das ist für Nicht-Eingeweihte kaum nachvollziehbar. Zwar ist die WB die einzige Bahnlinie der Schweiz mit dieser Spurweite, doch bereits in Deutschland und Österreich sind etliche andere in Betrieb. So exotisch und einzigartig, wie es einige gerne hätten, ist die 75-Zentimeter-Spur also nicht. Rein rational spricht nichts gegen den Wechsel. Der Zeitpunkt ist so günstig wie kaum je zuvor.

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