Ich freue mich schon seit Jahren darauf, und ich schreibe auch schon seit Jahren darüber. Zwischen dem St. Johannspark und der Dreiländerbrücke entsteht ein Rheinuferweg für Velofahrer und Spaziergänger. Nur bei den Daten, die da für die Eröffnung herumgeboten werden, muss man ein wenig zurückhaltend sein, um sich nicht zu früh zu begeistern.

So haben die Franzosen in Huningue kurz vor der Dreiländerbrücke ein grosses Plakat mit einem Velofahrer aufgestellt, das die Eröffnung der Promenade für den Juni 2015 angekündigt. Das ist schon bald, aber stimmt natürlich nicht. Anscheinend musste dieses Datum auf das Plakat, um den Fristen irgendwelcher Geldgeber gerecht zu werden. Vor etlichen Jahren hiess es sogar einmal, man könne schon 2012 gemütlich von Basel am Rhein entlang nach Huningue flanieren, nun wird das Frühjahr 2016 für die Eröffnung genannt. Das sollte auch klappen: Die Franzosen haben einen Gutteil der Strecke zwischen Dreiländerbrücke und der Industriezone von Huningue bereits fertiggebaut. Jetzt wird es etwas komplizierter, da bei der Chemiefirma BASF der Bau eines 180 Meter langen Stegs notwendig ist, da der Uferbereich zwischen der Fabrik und dem Fluss zu eng ist und ausserdem Explosionsschutzmauern auf dem BASF-Gelände erstellt werden müssen. Für den Steg haben die IBA Basel 2020, also die Internationale Bauausstellung, das Städtchen Huningue und der südelsässische Zweckverband Communauté de Communes des Trois Frontières einen Wettbewerb ausgeschrieben.

Etwas weiter südlich finden sich die riesigen weissen Zelte, unter denen Novartis das mit dem Pestizid Lindan belastete Gelände der ehemaligen Industriekläranlage saniert. Der Uferweg, der dort bis an die Grenze zur Schweiz geht, kann aber schon jetzt gebaut werden. Am spektakulärsten, teuersten und schönsten wird die Uferpromenade auf Schweizer Seite. Wenn man von der Dreirosenbrücke Richtung Norden blickt, kann man schon grosse Teile der 550 Meter langen und 28 Millionen Franken teuren Promenade zwischen Rhein und Novartis Campus erkennen.

Um den Höhenunterschied zwischen Campus und Wasserspiegel zu überbrücken, der zwölf Meter beträgt, werden hohe Mauern gebaut. Entstehen werden zwei Ebenen: ein vier Meter breiter, hochwassersicherer Promenadenweg und der Bermenweg, 1,50 Meter über dem mittleren Wasserspiegel, wo es auch vier Ausstiegsmöglichkeiten für Rheinschwimmer mit Duschen geben wird. Im Eckgebäude des Campus soll ein öffentliches Restaurant einziehen.

Mit der Eroberung eines neuen Stückes Rheinufer wird die Region Basel immer attraktiver. Ein Spaziergang vom St. Johann bis zum Abbatucciplatz in Huningue, wo man auf einen Café mit einer Tarte einkehren kann, um dann über die Dreiländerbrücke nach Weil am Rhein zu laufen, von wo einen das 8er-Tram wieder in die Stadt bringt, liegt dann ebenso so drin wie die eine oder andere neue Velotour. Wenn ich nur daran denke, was die Dreiländerbrücke vor einigen Jahren alles im Alltag des Dreilands geändert hat, dann bin ich überzeugt davon, dass auch die Rheinuferpromenade eine kleine Revolution für das Leben in unserer Region wird.

Und die Eröffnung? Jetzt haben wir so lange gewartet, da habe ich mir fest vorgenommen, mich wegen weiterer Verzögerungen, die nie auszuschliessen sind, nicht zu frusten. Spätestens 2017 ist die Promenade mit Sicherheit fertig. Ein guter Trick: Dann freue ich mich, wenn es 2016 tatsächlich klappt.