Es ist ein mutiger und zugleich überraschungsarmer Entscheid, den die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann gefällt hat: Sie besetzt die vakante Leitung der Abteilung Kultur mit zwei bisherigen Mitarbeiterinnen: Die Stellvertreterin von Philippe Bischof, Sonja Kuhn, rückt nach und bildet gemeinsam mit der Projektbeauftragten Katrin Grögel eine Doppelspitze.

Monatelanges Warten auf eine interne Lösung? Man wundert sich ein bisschen. Ob das «Topsharing»-Modell, die Aufteilung dieser Kaderstelle, funktioniert? Solange beide am selben Strick ziehen: Warum nicht?

Was zuversichtlich stimmt: Grögel und Kuhn sind eingespielt. Auch haben sie sich einen guten Ruf erarbeitet in der Basler Kulturszene. Sie wirken engagiert und sachkompetent. Mit ihrer Wahl setzt Ackermann auf Kontinuität. Das ist ein Vertrauensbeweis. Dass sie, wie auch die neuen Kulturchefinnen, nicht von einer Krise sprechen mag, macht allerdings hellhörig. In Basel haben sich viele Kulturbaustellen angehäuft. Manche, wie die Unterfinanzierung des Kunstmuseums, wurden viel zu lange ignoriert. Das Schönreden von Problemen – oder gar das Schweigen dazu – hat Politik, Kulturinstitutionen und Öffentlichkeit stark irritiert und verunsichert. Es ist notwendig, dass sich in der Kommunikation etwas ändert.

Die Kulturabteilung muss die Probleme beim Namen nennen, verbindlich agieren und auch mal selbstkritisch Fehler einräumen. Sprich: trotz Kontinuität einen Neustart markieren. Denn nach monatelangem Vakuum sind jetzt Taten gefragt. Und keine warme Luft.