Der grosse Knall kommt zum Schluss. Das weiss ein Theaterdirektor, weshalb Andreas Beck erst am Ende der heutigen Jahrespressekonferenz seinen Abgang auf Mitte 2020 bekannt gab. Zweieinhalb Spielzeiten verbleiben also noch, um weiter mit steigenden Besucherzahlen und preisgekrönten Produktionen zu glänzen. Sein Entscheid hat vordergründig nichts mit den strukturellen Problemen – sprich, den aus Becks Sicht für ein Dreispartenhaus knappen Geldmitteln – zu tun.

Er sei «verführbar», sagt Beck im bz-Interview. Die Avancen des Wiener Burgtheaters und weitere Anfragen hätten ihm das gezeigt. Man kann es ihm nicht verdenken. Beck ist im deutschsprachigen Theaterraum zu einer Grösse geworden. Und Grösse verlangt nach grösserer Bühne. Eine solche wird er mit Sicherheit nach Ablauf seines Vertrages leiten. Es dürfte ihn nach München ziehen, wo er in Zukunft über grössere Budgets, grössere Produktionen, grössere Stars und ein grösseres Publikum verfügen wird. Und wenn er Glück hat, muss er sich mit einer weniger kleinlichen Politik auseinandersetzen.

Nicht, dass sich Basel-Stadt das Theater nicht etwas kosten liesse. 40 Millionen Franken sind es jährlich. Das lässt sich durchaus sehen. Aber es ist ein ewiger Kampf, nicht zuletzt wegen des Nachbarkantons Baselland, der die Zuschüsse massiv reduziert hat. Aber auch ein gewisses Hüst-und-Hott des zuständigen Präsidialdepartements noch unter Guy Morin dürfte Becks «Verführbarkeit» erhöht haben.

Wie beim Fussball spielt Basel auch in der Kultur nicht regelmässig auf europäischem Top-Niveau. Jemanden wie Beck überhaupt verpflichten zu können, war schon ein Coup. Sein Abgang muss aber nicht zu einem Abstieg führen. Wenn der FCB auf Eigengewächse setzen kann — und damit Erfolg hat —, kann es das Theater auch. Intendantin Barbara Frey verlässt das Zürcher Schauspielhaus, das sie seit acht Jahren leitet, im Sommer 2019. Sie ist Baslerin. Und alles andere als eine Nachwuchshoffnung.