Kommentar

Warnungen ignoriert

Ein gefährliches Pflaster: Der Centralbahnplatz.

Ein gefährliches Pflaster: Der Centralbahnplatz.

Dass jetzt über gefährliche Tramstellen geredet wird, ist Zufall. Dass der Centralbahnplatz gemäss der «Sonntagszeitung» die gefährlichste Tramhaltestelle der Schweiz ist hingegen nicht. Zum einen gibt es wenige Stationen mit einem so hohen Passagieraufkommen wie hier. Zum anderen hat der Kanton bei der Neugestaltung Warnhinweise ignoriert.

Bereits kurz nach der Fertigstellung drängten Basler Grossräte die Regierung zu Massnahmen. In ihrer Antwort schrieb die damalige Baudirektorin Barbara Schneider offen: «Die Wettbewerbsjury kam übereinstimmend zur Auffassung, dass sich die Fussgängerströme, wie auf anderen Plätzen auch, von selbst regeln würden.» Dabei hatten mehrere Instanzen vor Unfällen gewarnt. Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung empfahl Pfosten und eine bessere Signalisation. Das Baudepartement sprach hingegen von einem «subjektiven Sicherheitsempfinden», das mit der objektiven Situation auseinanderklaffe. Die danach getroffenen Massnahmen konzentrierten sich auf das subjektive Empfinden.

Zehn Jahre später lässt sich sagen: Das reicht nicht. Kurz- bis mittelfristig braucht es eine bessere Signalisierung, will der Centralbahnplatz seinen unrühmlichen Titel loswerden. Zudem bleibt die Erkenntnis, dass das Projekt an den vielen – nicht zuletzt oft ästethischen – Auflagen gescheitert ist. Das lässt sich an diesem baulich schwierigen Knotenpunkt nur noch kaschieren, ist aber ein gutes Lehrbeispiel für zukünftige Grossprojekte wie sie das Herzstück mit sich bringen wird.

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