Kommentar

Abbau im Kinderspital ist eine Nebelpetarde

Wegen Anpassungen beim Tarifsystem der Medizin Tarmed rechnet das Kinderspital beider Bael mit Ausfällen von 4.5 Millionen Franken.

Wegen Anpassungen beim Tarifsystem der Medizin Tarmed rechnet das Kinderspital beider Bael mit Ausfällen von 4.5 Millionen Franken.

Mit Ausfällen von 4,5 Millionen Franken rechnet das Kinderspital beider Basel ab 2018. Der Grund: die Anpassungen beim Tarifsystem der Medizin Tarmed. Der Bund will dadurch 700 Millionen einsparen. Ein löbliches Ziel.

Doch der bereits defizitäre Bereich der ambulanten Kinderbehandlung, wie ihn das Kinderspital beider Basel (UKBB) anbietet, müsse mit finanziellen Abstrichen klarkommen. Davon ist Marco Fischer, CEO der UKBB, überzeugt. Wer trägt das Defizit, das laut Fischer nicht mehr über Effizienzsteigerungen ausgeglichen werden könne? Wohl die Steuerzahler der beiden Basel.

Auch deshalb tun Fischer und das UKBB gut daran, wenn sie sich gegen die neuen Regelungen wehren. Denn Alternativen, welche als Kompensation der 4,5 Millionen Franken im Raum stehen, könnten unerwünschte Nebeneffekte haben. Durch die Wachstumsstrategie etwa könnten andere Anbieter kannibalisiert werden. Und als Antwort darauf wird medizintechnisch aufgerüstet. Die Folge: höhere Gesundheitskosten.

Hingegen ist der von Fischer vorgeschlagene Angebotsabbau nur eine Nebelpetarde. Das UKBB wird sich hüten, dies umzusetzen. Doch als Hilfeschrei funktionierts ganz gut: Spart ihr weiterhin auf unsere Kosten, müssen wir Angebote streichen.

Und weil niemand in der Kindermedizin einen Abbau will, ist der Aufschrei programmiert. Das wiederum hilft dem UKBB, seine Ziele zu erreichen. Es dürfte dem UKBB sehr wohl klar sein, dass es sich diesen Druckversuch in seiner Position leisten kann.

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