Actelion ist eine der wenigen wirklich erfolgreichen Neugründungen der letzten Jahrzehnte in der Schweiz. Als 1996 die Forschergruppe um Jean-Paul und Martine Clozel sich von der grossen Roche loslösten, wettete kaum jemand auf die Truppe. Nun steht das 23 Milliarden schwere Pharmaunternehmen aus Allschwil – einmal mehr – im Zentrum von Übernahmespekulationen.

Doch diesmal könnte an den Spekulationen wirklich etwas dran sein. Die Entwicklung und Vermarktung von neuen Produkten ist massiv teurer geworden. Die Grösse eines Pharmaunternehmens ist ein wichtiges Kriterium. Der US-Multi Johnson & Johnson – nach dem Kauf des Solothurner Medizinaltechnik-Konzerns Synthes in der Schweiz kein Unbekannter – hat vorletzte Woche Gespräche mit Actelion bestätigt. Jedoch gleichzeitig aufgezeigt, dass es längst nicht klar sei, dass diese zu einem Ergebnis führen würden. Auch Actelion bestätigte entsprechende Sondierungen.

Dass nun auch Trittbrettfahrer aufs Börsenparkett treten und andere Pharmaunternehmen ins Spiel gebracht werden, gehört dazu. Auch wenn also aufgrund von Indizien eine Übernahme plausibel geworden ist, bleibt jedoch nichts anderes übrig, als einen kühlen Kopf zu bewahren. Und übrigens: Die Führung von Johnson & Johnson machte kürzlich an einer Veranstaltung klar, wie wichtig ihr der Standort Schweiz trotz starkem Franken geblieben ist. Daran sollte man sie künftig auch im Fall von Actelion messen.