Vorfasnacht! Das heisst für Meschen wie mich, also Angehörige der Gattung «Homo Carnevalensis Basiliensis Simplex» vor allem eines: Vorfreude! Auf Räppli, Morgestraich, politisch Scharfzüngiges und musikalisch Grossartiges. Es heisst aber leider auch schlechtes Gewissen.

Wieder zu wenig geübt. Wieder den Traum vom superedlen Altfrangg-Goschdyym für den Zyschtig nicht in die Tat umgesetzt. Andere Vorsätze sind längst gestorben, den «Brandenburger» werde ich nie lernen.

In dieser Vorfasnachtszeit ist auch Raum für Veranstaltungen wie das Drummeli, an dem man schauen kann, was die grossen Cliquen zu bieten haben. Das Charivari, das in den letzten Jahren wieder massiv an Qualität und Witz zugelegt hat. Oder das Pfyfferli, jene haimelige Veranstaltung in Rassers Kellergewölbe, die auch zur seelischen Fasnachtsvorbereitung dazugehört.

Das Conzärtli der Zofinger ist auch meist ein Genuss. Nicht ganz so immer, wie ein schnauzbärtiger Kolumnist einer anderen Basler Zeitung einen immer glauben machen will. Aber meistens. Und das Fasnachtsbändeli und das Kindercharivari sind ja auch noch härzig.

Aber irgendwann muss doch einmal Schluss sein mit Vorfasnacht. Wer kann denn jeden Abend vom Stephanstag bis zum Laterneneinpfeifen in irgendeinem Theatersaal sitzen und dort mehr oder weniger gelungenen Versen lauschen oder sich das dreihundertvierundneunzigste Raame-Stiggli über Hampe Wessels anhören. «Hösch, e Million fir d Waggis, dasch immer no besser als e Million Waggis an dr Fasnacht, huahahaha!» Oder so. Liebe Basler Vorfasnächtler, macht es wie die Liestlemer mit ihrem sauguten Rotstab-Cabaret. Nach dem Motto: Weniger ist mehr.