Waren Sie mal mit einem 5-Jährigen im Fussball-Stadion? Haben Sie schon mal versucht, ihm zu erklären, warum der Gegner seines Teams von den Fans seines Teams als «Sch…-FCZ», «Sch…-YB» oder «Sch…-Basel» betitelt wird? Das darf man doch nicht sagen. Sie tun es trotzdem. Weil Leidenschaft oft Hand in Hand mit Hass kommt. Traurig, aber wahr. Die Mehrheit der Schweizer Fussball-Fans mag den FC Basel nicht. Zu dominant ist der Serienmeister, zu viel Geld hat er gescheffelt, zu Rot-Blau ist sein Trikot. Es gibt 1000 Gründe für Hass.

Doch heute sind auch alle Nichtbasler für den FCB. Denn es geht um die Zukunft des Schweizer Fussballs. «Hilfe, uns droht der Total-Absturz» titelte der «Blick» gestern. Sogar FCZ-Präsident Canepa und Sion-Zampano Constantin fiebern mit dem FCB. Denn 2018 soll die Champions League reformiert werden. Serie A, Bundesliga, Premier League und Primera Division erhalten je vier fixe Startplätze, 16 von 32 Plätzen in der Königsklasse sind dann vergeben. Danach kriegen die Meister der restlichen Länder in den Top 10 der 5-Jahres-Wertung der Uefa je einen Platz.

Die Schweiz liegt auf Platz 12. Doch sie droht abzustürzen. Die Verfolger Holland, Griechenland, Kroatien und Österreich sind derzeit besser. Tschechien ist trotz aller Probleme bereits vor der Schweiz klassiert. Und nächstes Jahr fällt zudem unser Traum-Jahr von 2012/13 aus der Wertung. Den Schweizer Klubs drohen zusätzliche Quali-Runden, um in die Königsklasse zu kommen. Darum: Heute alle für Basel, morgen für YB und den FCZ. Und dann überlegen wir das nächste Mal im Stadion hoffentlich, bevor wir Sch …-Irgendwas rufen. Respekt ist nie fehl am Platz.