Kommentar

Alles perlt an ihm ab: Die Seerose in der Basler Regierung

Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt.

Wie schafft es SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels, unbeschadet durch so viele Debakel zu kommen? Er treibt scheinbar schwerelos an der Oberfläche und lässt abperlen, kommentiert bz-Redaktor Samuel Hufschmid.

Der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels und Seerosen-Blätter teilen eine natürliche Gabe: Den Lotuseffekt. Er sorgt dafür, dass an ihnen alles abperlt; Wasser, Schmutz und im Falle des Regierungsrates auch Vorwürfe. Die Frage ist nur: Wie lange noch?

Gestern hat Wessels im Ratssaal das taktische Manöver gewählt, gar nie von sich uns seiner Rolle beim BVB-Debakel zu sprechen, sondern lediglich von den Basler Verkehrs-Betrieben selbst. Dort gestand er Fehler ein, allerdings um in demselben Atemzug zu betonen, dass nun alles besser werde. Dabei gäbe es in der ganzen Angelegenheit durchaus Themen, die am regierungsrätlichen Veston hängen bleiben sollten.

Wenn auf eine Mitarbeiterbefragung mit miserablen Werten zwei Jahre später eine Befragung mit noch schlechteren Noten für Geschäftsleitung und Arbeitsklima folgt, spätestens dann sollten die Alarmglocken klingeln. Bei der BVB-Geschäftsleitung, beim BVB-Verwaltungsrat und auch beim zuständigen Departementsvorsteher. Wessels kann zwar nicht direkt ins Management eingreifen, aber er könnte den Verwaltungsrat in die Mangel nehmen. Er hätte die Verwaltungsräte im Zwei-Wochen-Rhythmus zu sich ins Büro bitten können, bis diese von Fortschritten berichten.

Wessels aber macht auf Seerose. Er treibt scheinbar schwerelos an der Oberfläche und lässt abperlen. Nur dass es Substanzen gibt, die klebriger sind als Wasser – beispielsweise parlamentarische Erklärung, wo nur eine hauchdünne Mehrheit gegen den Dossier-Entzug gestimmt hat. Noch klebriger ist nur etwas: Wahlen.

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