Eine ausgewogene politische Berichterstattung ist keine einfache Sache. Speziell im Wahlkampf regiert der Futterneid, die Parteien lechzen nach Aufmerksamkeit wie das mittlere Kind einer 17-köpfigen Familie. Dies treibt mitunter seltsame Blüten. Beispielsweise, wenn sich die bz wie gestern über die oberflächlichen Charakteristika der Parteien lustig macht.

Für die reklamierende GLP ist die Sorge schnell gestillt, da tuts einfach der Tipp, die Grafik nochmals anzuschauen und runter zu scrollen. Trotz mütterlichstem Bestreben nach Gleichberechtigung ist eine kleine Partei durch die Lappen gegangen. Da aber auch die EVP das Recht hat, veralbert zu werden, sei dies hier in aller Form nachgeholt.

Die EVP hat keine Paradiesvögel und bellt nicht nach Hundeparks – was also sind die Alleinstellungsmerkmale dieser Partei? Nun, von der CVP unterscheidet sie sich im Standort. Seit den letzten Wahlen ist die EVP ja fast nur noch in Riehen wahrnehmbar. Das würde die Evangelikalen wiederum in die Nähe der SVP rücken, die ebenfalls dort ihre Stammlanden hat. Für die Sennenhemd-Träger ist die EVP aber zu links, barmherzig wie Martin setzen sie sich für Flüchtlinge ein. Allzunah bei der SP steht die EVP auch nicht. Im Grossen Rat pfeift sie auf Schwulenrechte und von den Nicht-nur-Wirtschafts-Liberalen trennt sie sich immer dann, wenns um Leben oder Tod geht. Sie sehen: Es ist nicht ganz einfach. Die Wahlhilfe war für die Unentschlossenen gedacht. Sollten sie dies trotz der Grafik bleiben, haben sie etwas mit der EVP gemein.