Irgendwie erinnert die Baselworld an den FC Basel. Der jahrelange Glimmer und Glanz hatte einen Gewöhnungseffekt. Beim einen wie beim anderen zeigen sich die Führungsmängel erst im Moment, da der Nimbus des Erfolgs verflogen ist.

Es ist der MCH Group nicht vorzuwerfen, dass sie vor zehn Jahren auf den Bau des Messezentrums drängte, das vor fünf Jahren eröffnet wurde. Es ist ihr anzurechnen, dass sie seit Jahren auf eine Diversifizierung setzt. Und es ist anzuerkennen, dass sie auch vor Schnitten, wie der Liquidation der Herbstmesse, nicht zurückschreckt. Und doch: Das eingeschlagene Tempo reicht nicht.

Die MCH Group steht in der Pflicht, der Öffentlichkeit zu erklären, wie sie ihre Rolle als halbstaatliches Unternehmen zu erfüllen gedenkt. Das bisherig Erfolgsmodell, gleichzeitig auf dem Börsenparkett zu jonglieren und staatliche Subventionen zu garnieren, hat ausgedient. Keine Option darf dabei sein, dass die gewinnträchtigen Geschäfte ganz privatisiert und verlustbringende, wie der Betrieb der Messehallen, ganz verstaatlicht werden. So einfach kann sich der Life-Entertainment-Konzern, wie er sich gerne bezeichnet, nicht aus der Verantwortung stehlen.

Liefert die Messe nicht bald eine Erklärung, haben die staatlichen Minderheitsaktionäre – Basel-Stadt, Baselland und Zürich – zu handeln. Sei es, dass sie die Aktien einfach an die Börse werfen, sei es, dass sie den Betrieb auf ein vernünftiges Mass zurückfahren oder radikal abwickeln. Für Basel wird ein abgewracktes Messezentrum noch immer ein besseres sein als ein dauerhaft leerstehendes Messezentrum – selbst wenn die Ursprungspläne von Herzog & de Meuron gezeichnet worden sind.

Der FC Basel hat es in der Krise mit einem Trainerwechsel versucht.