Abstimmen und wählen via Mausklick wird in absehbarer Zukunft Realität werden. Das ist angesichts der zunehmenden Digitalisierung unseres Alltags nur richtig und logisch. Wer sein Vermögen mit dem Browser verwaltet, der kann auch sein Stimm- und Wahlrecht via Internet wahrnehmen.

Doch während man bei der Bank am Ende des Monats jede Transaktion auf Franken und Rappen genau nachvollziehen kann, spuckt beim E-Voting am Abstimmungstag ein Computer im Rathaus das Resultat aus, bei dem man keine andere Variante hat, als ihm zu vertrauen.
Und gerade die Erkenntnisse der letzten Monate und Jahre hinterlassen da ein mehr als mulmiges Gefühl: Angefangen bei der schieren Allmacht des amerikanischen Überwachungsautomats NSA bis hin zu den Wahl-Manipulationen russischer Hackerarmeen. Vertrauen ist eine zerbrechliche Währung. Ein Aus- oder ein Zwischenfall würde das Thema E-Voting um Jahre zurückwerfen.

Gleichzeitig wirkt das Verfahren noch unausgereift. Einloggen, Stimmabgabe und vor allem die Schlusskontrolle sind in der öffentlich zugänglichen Demoversion deutlich komplizierter als die briefliche Stimmabgabe. Auch nicht zu unterschätzen ist das Preisschild, das am Pionierprojekt hängt. Zuletzt ist aktuell noch nicht einmal klar, ob dieses System überhaupt zum Zug kommt. Eine Einsprache vor Gericht ist nach wie vor hängig.

Angesichts dieser Vorbehalte wären die Verantwortlichen gut beraten, auf den Ausbau vorerst zu verzichten. Kommen wird E-Voting auch so noch früh genug.