Rheinschwimm-Fotoautomat

Auffallen um fast jeden Preis

Basel Tourismus hat am Floss eine Selfie-Kamera für Rheinschwimmer installiert.

Basel Tourismus begibt sich auf heikles Terrain. Bei einem Fotoapparat für Rheinschwimmer, der beim Zuwinken die Aufnahmen direkt im Internet veröffentlicht, stellen sich Fragen: Ist Zuwinken eine Einverständniserklärung? Und wenn ja, für was genau? Fragen, für die Basel Tourismus zwar Abklärungen gemacht hat, aber keine abschliessenden Antworten liefert. Es handelt sich um eine klassische Grauzone, die ausgelotet wird.

Dass es heute starke, authentische Bilder braucht, um eine Tourismusdestination zu vermarkten, ist verständlich. Während Touristen überall und immer Selfies schiessen und teilen, ist dies gerade beim Rheinschwimmen technisch kaum möglich – aus dem einfachen Grund, da auch moderne Handys kaum komplett wasserdicht sind.

Dass die Tourismus-Förderer Wege suchen, hier nachzuhelfen, ist nichts als logisch, ja sogar zu begrüssen: Es werden neue Wege beschritten und nicht nur andere Tourismusorganisationen kopiert. Modernste Technologien werden eingesetzt oder wie im vorliegenden Fall sogar konzipiert, wie die Gesten- und Gesichtserkennung schwimmender Menschen.

Dass Grenzen ausgelotet werden, um aufzufallen, scheint dazu zu gehören. Denn es ist in jüngster Vergangenheit bereits das zweite Mal, dass im Namen guten Marketings rechtliche Grenzen zumindest geritzt werden. Bei den Pop-Up-Hotels im Fischergalgen im vergangenen Jahr war dies auch der Fall. Und trotzdem war diese Aktion vor allem eines: ein Erfolg.

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