Wenn einem Schweizer Autofahrer im benachbarten Ausland der Fahrausweis entzogen wird, kann das Auswirkungen zu Hause haben. Die Kantonspolizei erhält von dort Meldungen über Fahrausweisentzüge, wie Martin Schütz, Mediensprecher der Basler Polizei, mitteilt: «Widerhandlungen, die im Ausland begangen worden sind, können auch hierzulande geahndet werden.» Der Fall müsse aber mindestens mittelschwer sein und ein Fahrverbot im Ausland nach sich ziehen.

In Frankreich werden ausländische Autofahrer in Zukunft härter angefasst. Im Laufe nächsten Jahres sollen neue Bestimmungen in Kraft treten, die vorsehen, dass sie wie Inländer zwölf Punkte für ihren Fahrausweis erhalten, berichtet die Zeitung «L’Alsace». Bei Vergehen können Punkte abgezogen werden, sinkt man auf null Punkte, wird ein Fahrverbot für Frankreich fällig. Zuwiderhandlungen gegen das Fahrverbot, und jetzt kommt es, werden mit Strafen von bis zu 4500 Euro und zwei Jahren Gefängnis bestraft.

Generell werden im Dreiland die ausländischen Autofahrer wie inländische behandelt und bestraft. Da es aber schwieriger ist, sie zu belangen, müssen sie bei Verzeigungen durch die Staatsanwaltschaft Baselland Bussen und Gebühren direkt bezahlen, wie Roland Walter, Mediensprecher bei der Baselbieter Polizei, ausführt. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gebe es einen automatischen Datenaustausch mit vielen ausländischen Staaten.

Ausländischen Verkehrssündern wird der Fahrausweis nicht entzogen, sondern aberkannt. «Das bedeutet, dass dem betroffenen Inhaber in der entsprechenden Zeitspanne das Recht aberkannt wird, von der ausländischen Fahrberechtigung in der Schweiz Gebrauch zu machen», wie die Basler Polizei schreibt. Ein wenig anders läuft das im Deutschen. Das trifft für Straftaten zu, die über eine Ordnungsbusse hinausgehen, und für die die Staatsanwaltschaft zuständig ist. Das kann laut Dietmar Ernst, Mediensprecher der Lörracher Polizei, eine «Trunkenheitsfahrt mit Unfall und Verletzten» sein. Dann werde auch der Fahrausweis beschlagnahmt und mit der Anzeige oder Akte der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Einen konkreten Raser-Fall eines Schweizer Autofahrers gab es letzte Woche. Er schaffte es, trotz Camionstau vor der Grenze und einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 Stundenkilometern mit 137 Stundenkilometern gemessen zu werden. Als «Sicherheitsleistung» musste er 1200 Euro hinterlegen. Keine Probleme mehr gibt es mit der TuningSzene aus Frankreich und der Schweiz, die sich früher mit ihren PS-strotzenden Autos im Weiler Quartier Friedlingen getroffen hat und illegale Rennen auf der nahen Autobahn lieferte. Der deutschen Polizei gelang es, mithilfe der Basler Kollegen dies zu unterbinden.