Babo ist der Boss. Sobald sich ein Artgenosse seinem Revier nähert, braust er in dessen Richtung und verjagt ihn. Vor allem wenn es um sein Haus, eine ausgehöhlte Kokosnuss, geht, kennt Babo kein Pardon. Dann beisst er auch gerne Mal zu. Nur ein namenloses Weibchen darf von Zeit zu Zeit in seiner Nuss hausieren. Ausschliesslich zu Paarungszwecken versteht sich. Die dann möglichen Balzbeobachtungen zwischen Babo und seiner Geliebten sind so spannend, dass der Bachelor und alles andere, was auf der Mattscheibe nebenan flimmert, keine Beachtung mehr verdient. Zuerst legt das Weibchen rund fünfzig Eier ab, um diese dann sofort mit dem Mund auszunehmen. Weil Babo an seiner Analflosse eierähnliche Flecken hat und das Weibchen darauf erpicht ist, kein einziges Ei zu vergessen, steuert es direkt auf die gelben Flecken an Babos Unterleib zu. Darauf hat der Boss nur gewartet. Statt Eier bekommt das Weibchen eine Ladung Sperma in den Mund. Denn Befruchtung durch Oralsex ist Babos Spezialität.

Rund zwanzig Tage später schlüpfen die Babys. Immer noch im Maul der Mutter. Wenn diese zehn Tage später den Mund vor lauter Babys nicht mehr richtig zu bekommt, ist es Zeit zu handeln. Denn wenn Mamabuntbarsch ihre Babyfischchen ins offene Aquarium entlässt, hat der stets hungrige Babo sie wenig später verspeist. Um die Kleinen zu retten, hilft ein Baby-Netz in der oberen Ecke des Aquariums. Dort können die Babys vor ihrem Vater geschützt aufwachsen. Bis zum nächsten spannenden Moment: Wenn der grösser gewordene Nachwuchs dann ein paar Monate später freigelassen wird ...