Wer mit dem Auto nach Basel will, braucht Geduld. Und egal, wie oft man diesen Satz schreibt, es gibt nicht weniger Stau, sondern mehr. Die Region kämpft täglich mit dem Auto-Infarkt: Morgens sowieso, abends immer, zuweilen auch mittags und im Ferienverkehr sowieso. Die Autobahn, vor Jahrzehnten gebaut, mag diesen Verkehrsfluss auf dem Nadelöhr kurz vor der Schweizer Grenze nicht mehr schlucken.

Jetzt liegt also die Idee der Task-Force Antistau aus dem Baselbiet auf dem Tisch: Mit Park & Ride-Anlagen etwas für die Verkehrsumlagerung tun. Ein guter Versuch, aber wer mit dem Auto von A nach B fährt, der will nicht in Klein-A in einen vollen Zug oder Bus umsteigen.

Die Umlagerung des Verkehrs ist dringend. Natürlich braucht es dazu eine tragfähige Infrastruktur. Natürlich braucht es eine Entflechtung der Verkehrsträger, insbesondere des Nadelöhrs Hagnau. Doch dazu braucht es aber auch den Willen, den Verkehrsfluss neu zu denken. Denn die individuelle Fortbewegung wird ohnehin schon schneller. Dank E-Bikes etwa geraten vor wenigen Jahren gebaute Velowege an ihre Grenzen. Und die Bevölkerungsdichte nimmt zu.

Die Wege werden kürzer, wenn Tramnetze ausgebaut und dereinst sogar mit dem Herzstück verknüpft werden. Der Agglomerationsverkehr ist seiner Infrastruktur heute schon um Jahrzehnte voraus. Was diese Region braucht, ist die Vision einer Vernetzung der Verkehrsträger. Erst dann findet eine Entlastung statt. Und nicht, wenn einfach noch eine Spur oder Strasse mehr in die Landschaft gepflanzt wird. Egal, ob für Autos oder Velos.