Einsam zieht der FC Basel in der Schweizer Meisterschaft seine Runden. 17 Punkte beträgt sein Vorsprung. 15 Runden vor Schluss stellt sich die Frage nach dem Meister nicht mehr. Eigentlich war das schon bei Saisonbeginn klar. Bei jedem Saisonbeginn der letzten Jahre.

Kein Wunder, langweilt sich die Fussballschweiz und macht sich in Basel eine gewisse Sättigung breit. Die Lücken auf den Tribünen im Joggeli sind unübersehbar. Kein Wunder, das Publikum ist von den vielen Titeln gesättigt.

Der FCB ist Opfer des eigenen Erfolgs. Eines Erfolgs, der auf europäischer Ebene nicht mit immer neuen Märchen fortgeschrieben werden kann. Der Ligakrösus wird international gesehen immer mehr zum Winzling.

In der Region Basel bleibt der FCB aber eine Institution. Mehr als das. Er ist Identifikation, so etwas wie der grösste gemeinsame Nenner von Stadt und Land. Deshalb ist der angekündigte Führungs- und Strategiewechsel seit Sonntag das dominierende Thema. Da haben nicht einmal Donald Trumps Eskapaden eine Chance.

Es gibt niemanden, der keine Meinung zur Zukunft «seines» FCB hat. Und diese sieht, wie diese Zeitung enthüllt, etwas weniger glamourös aus. Der Klub will regionaler werden, auf den eigenen Nachwuchs setzen, gereifte Ex-Spieler zurückholen. Angesichts der immer höher hängenden Champions-League-Trauben ist das vernünftig. Schon bald werden die europäischen Topklubs eine eigene Liga bilden. Ohne Basel.

«Basel first», heisst das Konzept der neuen Führung. Wobei eines für den FCB-Planeten zentral bleibt: «Alle andern Schweizer Klubs second». Wenn auch ein wenig knapper.