Da freut sich Pikachu: Er sitzt mitten in Basel auf einem Weidling – rein virtuell natürlich.

Da freut sich Pikachu: Er sitzt mitten in Basel auf einem Weidling – rein virtuell natürlich.

Der Wahnsinn hat globales Ausmass angenommen. Die halbe Menschheit jagt aufs Smartphone starrend virtuellen Viechern hinterher. Ein Horror für jeden rational denkenden Menschen – nicht so für Marketingexperten.

Ja, spinnen denn alle? Die halbe Menschheit jagt virtuellen Viechern hinterher. Voll Pokémonhormon, mit dem Smartphone vor der Nase und ohne Rücksicht auf Verluste, suchen sie den öffentlichen Raum heim.

Sämtliche Unbilden auf Erden verblassen in dieser fiebrigen Suche. Selbst Donald Trump erscheint den Gamern nur noch wie eine weitere Spielfigur. Der Wahnsinn hat globales Ausmass angenommen und wäre Anlass genug für eine kulturpessimistische Betrachtung mit anschliessendem Rückzug in die Einsiedelei.

Nicht so für Marketingexperten. Die suchen nach Wegen, den Hype zu nutzen. Mit dem vielmillionenfach angeklickten Videofilmli, das die Rache der Pokémon an ihren menschlichen Peinigern zeigt – und nebenbei Basel ins schönste Licht rückt –, ist den Verantwortlichen von Basel Tourismus und der verantwortlichen Agentur ein Tophit gelungen.

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Medien rund um die Welt berichten darüber. Den Werbeeffekt könnte höchstens ein Champions-League-Titel des FC Basel toppen. Doch das Geschäft mit der Aufmerksamkeit ist kurzlebig. Das Zeitfenster, um Basel als Reiseziel in die Köpfe potenzieller Besucher zu bekommen, klein. Die Touristiker müssen jetzt Gas geben. Auch weil die rechtlich nicht unheikle Aktion Anwaltskosten nach sich ziehen könnte.

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