Schwimmen in Basel

Basel ist keine Sportstadt

Wer nicht mehr weiter weiss, gibt eine Machbarkeitsstudie auf – wie das Baudepartement beim Sportbad St. Jakob. Diese soll klären, was mit den überdimensioniert geplanten Umkleidekabinen im Joggeli geschehen soll. Die Zeit drängt: Im vergangenen Sommer musste die Verwaltung Notmassnahmen treffen, um Badegäste vor herabstürzenden Betonteilen zu schützen. Es gibt kaum deutlichere Zeichen: Die Verwaltung hat die Instandhaltung des Gartenbads vernachlässigt.

Das baufällige Gebäude ist nicht das Ergebnis jüngster Entwicklungen, sondern vielmehr Planungsversagen während Jahren. Seit Jahren sind die Risse augenfällig, seit Jahren gilt die Sanierung als «dringend» – und wird dennoch immer wieder verzögert. Neu, weil niemand weiss, was neu entstehen soll.

Es entsteht der Eindruck, das Sportamt habe die Übersicht über seine Anlagen verloren. Während die Bäder verlottern, herrscht bei Eisfeldern Unklarheit, was mittelfristig mit ihnen geschehen soll. Und manche Anlagen sind so weit weg vom Scheinwerferlicht, dass ein Abteilungsleiter ein französisches Bett in ein ungenutztes Zimmer stellt, nur um sich darin mit einer Angestellten zu vergnügen.

Es wäre sinnvoll, der Kanton handelte nach einer Sportstrategie, analog zu jener für die Museen. Denn Basel reklamiert ja für sich, nicht nur Kultur- sondern auch Sportstadt zu sein. Das gilt trotz aktuellem Formstand nur für den FC Basel. Es ist bezeichnend, dass nur wenige Meter von dessen Scheinwerferlicht entfernt die Infrastruktur für andere Ertüchtigungen vor sich hin rottet.

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