Ich habe ein Versprechen einzulösen, aber das gestaltet sich gar nicht so einfach: Ich konnte mich lange nicht entscheiden. In meinen letzten Ferien war ich für einen Kurs der Basler Tangoschule auf Sardinien und habe einen Abstecher in die Hauptstadt Cagliari gemacht. In unserem Hotel bin ich mit dem sehr freundlichen älteren Besitzer ins Gespräch gekommen. Wir mussten ihm versprechen, vor der Abfahrt kurz vorbeizuschauen, um seinen Haus-Wein zu probieren.

Das Hotel hat übrigens eine schräge Geschichte. Es heisst «Vittoria» wie der Sieg und wurde 1938 von der Witwe des Capitano Mantovani im Andenken an ihren Mann gebaut, der im Eroberungskrieg Italiens gegen Abessinien gefallen war. Das Hotel sollte einige Jahre lang Treffpunkt hoher faschistischer Würdenträger werden. Im grossen Raum, in dem wir den Wein probierten, gab es eine riesige Wand mit Postkarten, die Gäste Luigi, so hiess unser Hotelier, im Laufe der Jahrzehnte als Grüsse von zu Hause nach Sardinien geschickt hatten.

Ich habe spontan versprochen, ihm eine Karte aus Basilea zu senden. Bei meiner Recherche zur Präsenz des Roche-Turms auf den Basler Postkarten habe ich eine Fülle von Karten gekauft. Nun habe ich die Qual der Wahl: Welches Basel möchte ich nach Sardinien vermitteln? Soll das Münster drauf sein oder lieber eine Collage mit den unterschiedlichsten Fotos? Wie steht es mit der Fondation Beyeler und wie mit der Fasnacht? Ich habe mich schliesslich für die Vielfalt mit Münster, Rhein und Riesenrad, Tinguely-Brunnen und Spalentor entschieden, um möglichst viel von unserer schönen Stadt zu zeigen – mit dem Risiko, dass die Collage auf der Fotowand untergeht.

Weil ich im Unterschied zu früher weniger Briefe und Karten schreibe, habe ich erst vor kurzem mitbekommen, dass einfache Briefe und Postkarten als A-Post ins europäische Ausland nicht mehr 1.40 Franken, sondern neu 1.50 Franken kosten. Als ich die Briefmarken dafür kaufte, gab es die Marke dafür noch gar nicht, und ich musste sie aus Marken zu 1.40 Franken und 10 Rappen zusammenstückeln. Luigi wird es mir nachsehen.

Unter den Karten gab es auch eine vom St. Jakob-Park mit dem Garten- und Sportbad im Vordergrund. Dort bin ich seit einigen Wochen regelmässiger Gast, weil ich Stunden nehme, um Kraulen zu lernen. Vor hatte ich das schon lange, aber die Kurse fanden immer dann statt, wenn ich oft nicht in Basel war. Den Kontakt zu meiner Schwimmlehrerin habe ich auf Sardinien bekommen, als die Rede aufs Schwimmen kam. Die St. Jakob-Park-Karte habe ich aber deshalb nicht verschickt.

Meine Einzelstunden finden im Lernschwimmbecken statt. Weil ich zwischendurch üben muss, und der Rhein vor meiner Haustür dafür manchmal zu schnell oder zu kalt ist, habe ich mir ein Abo für die Basler Gartenbäder gekauft. 90 Franken das Jahr, plus zehn Franken Depot für die Karte – da kann man wirklich nicht meckern. Neulich war ich an einem Sonntag üben. Weil ich vorher mit dem Auto unterwegs war, bin ich mit dem PW gekommen und habe im Parkhaus parkiert. Eine Stunde hat 50 Rappen gekostet. Nein, Basel ist nicht immer teuer.

«Mein Leben im Dreiland» macht über die Sommerferien Pause und erscheint erneut am 17. August. Stattdessen publizieren wir eine Serie mit regionalen Ausflugstipps.