Der Bund setzt die Kantone unter Druck. Künftig will er wichtige Museen und Sammlungen nur noch finanziell unterstützen, wenn die Städte und Kantone gleichziehen. Und zwar mit 250 000 Franken. Mindestens.

Das bringt einige Basler Museen mächtig ins Schwitzen. Denn bislang können sie diese neuen Vorgaben nicht erfüllen. Greift also der Kanton nicht erheblich tiefer in die Tasche, werden sie mit deutlich weniger Geld auskommen oder wie das Architekturmuseum ihre Tore allenfalls schliessen müssen. Das wissen natürlich auch die Basler Behörden.

Das Präsidialdepartement hat deshalb eine Absichtserklärung für mehr Mittel abgegeben. Eine Garantie aber ist das nicht. Der Ball liegt daher bei Regierung und Grossem Rat – wohl wissend, dass der Nachbar Baselland kaum Lust verspüren dürfte, ebenfalls mehr zu zahlen. Zu gross sind die eigenen Finanzprobleme.

Die Lage ist ernst. Der Kanton hat einige Museen bereits angewiesen, ein Notfallszenario zu erarbeiten. In Einzelfällen wird das aber kaum ausreichen. Basel-Stadt wird deshalb wohl nicht darum herumkommen, in die Bresche zu springen. Denn einfach auf edle Spender wie die Christoph Merian-Stiftung zu hoffen, kann keine Strategie sein.

Den Kanton würde dies wohl ein paar hunderttausend Franken im Jahr kosten. Bei jährlichen Überschüssen von jeweils gegen einer halben Milliarde sollte das aber zu verkraften sein. Klar ist zudem: Einer selbst ernannten Museumsstadt stünde es nicht gut an, wenn renommierte Häuser im Extremfall zur Schliessung gezwungen wären.

Der Kanton Basel-Stadt muss nun also entscheiden, was er eigentlich will. Und zwar rasch. Die Zeit läuft. Welche Ziele soll die Basler Kulturförderung verfolgen? Das lang ersehnte und immer wieder verschobene Museumskonzept wäre hier hilfreich. Nein, zwingend.