Kommentar

Baselbieter, wo bleibt Euer Stolz?

«Dabei komme ich ganz nahe am Hülftendenkmal vorbei, das an die entscheidende Schlacht gegen die Stadtbasler am 3. August 1833 erinnert.»

«Dabei komme ich ganz nahe am Hülftendenkmal vorbei, das an die entscheidende Schlacht gegen die Stadtbasler am 3. August 1833 erinnert.»

Mehrere Male bin in den vergangenen Wochen vom Kleinbasel nach Liestal und zurück geradelt, seitdem im öffentlichen Verkehr Maskenpflicht herrscht. Schliesslich ist es der beste Schutz, sich gar nicht erst unter Leute zu begeben. Vom Sattel aus erlebe ich den Kanton hautnah, über den ich seit bald 20 Jahren schreibe, obwohl ich nie dort gewohnt habe.

Für die 17 Kilometer nehme ich immer die Veloroute, die zwischen Pratteln und Frenkendorf den Bahnschienen entlang verläuft. Dabei komme ich ganz nahe am Hülftendenkmal vorbei, das an die entscheidende Schlacht gegen die Stadtbasler am 3. August 1833 erinnert.

Nur habe ich beim Vorbeiradeln noch nie etwas davon bemerkt. Per Zufall habe ich das Denkmal auf Google Maps entdeckt. In der Realität ist es versteckt hinter hohen Bäumen. An der wenige Meter entfernten Wegkreuzung gibt es keinen Hinweis, kein Schild – einfach nichts. Man könnte fast meinen, die Baselbieter schämen sich dafür, dass hier die Gründung ihres Kantons zelebriert wird.

Wir sind in der Schweiz ja meist zurückhaltend mit historischem Selbstlob. Eine blutige Schlacht abzufeiern, ist derzeit nicht gerade politically correct, und Hurra-Patriotismus ist auch mir zuwider. Aber wenigstens an diesem urbaselbieterischen Ort dürfte ein klein bisschen mehr Kantonsstolz hervorschimmern. Vielleicht würde dann sogar mir als Stadtbasler beim Vorbeiradeln das Herz etwas höher schlagen.

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