Nächste Woche entscheidet die Erziehungsdirektorenkonferenz über die Sitzverteilung im Schweizerischen Hochschulrat. Der Kanton Baselland ist als einziger Trägerkanton einer Universität heute in diesem wichtigen Gremium nicht stimmberechtigt vertreten. Das muss sich ändern!

Im Hochschulrat werden alle gesamtschweizerisch wichtigen Themen diskutiert und entschieden. Der Kanton Baselland trägt mit der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW jährlich 230 Millionen Franken zum schweizerischen Hochschulraum bei (Platz 8 aller Kantone!), und er will nicht nur finanzielle Verbindlichkeit, sondern auch inhaltlich Verantwortung übernehmen.

Dass dies heute nicht der Fall ist, ist die Folge eines seit Jahren nicht eingelösten Versprechens. Aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen hatte der Bundesrat 2007 die Anerkennung des Baselbiets als Universitätskanton abgelehnt. Er hatte jedoch in Aussicht gestellt, dass bei der Ausarbeitung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) bi- oder mehrkantonale Trägerschaften wie diejenige von Basel-Stadt und Baselland berücksichtigt würden. Dazu kam es jedoch nie! Die Ausarbeitung des HFKG verzögerte sich. Erst nach mehreren parlamentarischen Vorstössen erklärte sich der Bundesrat 2014 bereit, das Baselbiet als Hochschulkanton anzuerkennen. Das Konkordat über universitäre Koordination wurde per Ende des gleichen Jahres aber ausser Kraft gesetzt, sodass der Kanton Baselland nicht mehr beitreten konnte.

Zahlen ja, aber nicht mitgestalten? Jetzt besteht die Möglichkeit, diesen Missstand zu korrigieren. Ende Oktober wird für weitere vier Jahre gewählt. Der Kanton Baselland kandidiert erneut für einen Sitz im Hochschulrat. Da aus der Nordwestschweiz aller Voraussicht nach aber wieder nur ein Kanton gewählt wird, hat einer der im Bildungsraum Nordwestschweiz zusammenarbeitenden Kantone das Nachsehen. Das ist entweder der Kanton Baselland oder der Kanton Aargau – äusserst stossend!

Der Hochschulkanton Baselland nimmt seine Verantwortung wahr

Seit 2006 ist der Kanton Baselland paritätischer Träger der Universität Basel und der FHNW. Gemeinsam mit unserem Nachbarkanton arbeiten wir intensiv dafür, dass die Universität Basel sich auch in Zukunft im nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten kann und die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft in der Region optimal unterstützt. Gerade diese Woche haben wir dieses Bekenntnis mit den Plänen für einen neuen Standort auf Baselbieter Boden, in Münchenstein, untermauert. Wir nehmen für die Universität Basel unsere strategische Verantwortung wahr. Nun wollen wir dies auch im Schweizerischen Hochschulrat tun und nicht nur mitzahlen.

Überall sonst sind messbare Kriterien das

A und O, nur nicht im schweizerischen Hochschulraum. Warum wird die Zusammensetzung des Hochschulrats nicht auf der Basis der Studierendenzahlen oder dem finanziellen Beitrag der einzelnen Kantone zugunsten des Schweizerischen Hochschulsystems festgelegt? Die Hochschulen sind elementar für die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit und somit für unseren Wohlstand. Wir wollen als stimmberechtigtes Mitglied im Hochschulrat mitentscheiden und Verantwortung für deren Sicherung und weitere Entwicklung übernehmen.

*Monica Gschwind ist Baselbieter Regierungspräsidentin und Vorsteherin der Bildungsdirektion.