Totenköpfe, tanzende Skelette, Särge: Schon lange nicht mehr war an einer Fasnacht derart viel Makabres zu sehen. Die Hunne-Gugge zieht sogar als eigentlicher Pestzug durch die Stadt . «Dr Dood isch zrugg» lautet denn auch das Sujet der Pumperniggel. «Dr letscht Tango» tanzt die Alte Garde der Basler Bebbi. «Morta Bella» lautet das Sujet der Mittwoch-Gesellschaft.

Besonders düster und wuchtig ist die Laterne der Alten Glaibasler (AGB) samt schwarzem, von Grabkreuzen umrahmtem Zettel. Die AGB zelebriert so die hundertjährige Wiederkehr der Schlacht an der Somme, als 1916 über eine Million Briten, Deutsche und Franzosen getötet wurden. Mit «100 Joor Somme – Nyt druss gleert» ist auch gleich den Bezug zur Aktualität hergestellt, in der die Zeichen vielerorts auf Krieg stehen.

Nun wurzelt die Basler Fasnacht auch in der Tradition des Totentanzes. Als Reaktion auf das grosse Sterben während der Pest im 14. Jahrhundert entstanden, hat dieser von Basel aus die europäische Kultur erobert und auch die Fasnacht beeinflusst. Diese war ja nie nur – wie anderswo – überbordendes, sauglattes Treiben, der Rausch vor der Fastenzeit.

Die Basler Fasnacht pflegte immer auch das Besinnliche, Ironische und Morbide. In ihr spiegelten sich Zeitgeist und Zeitgeschehen, die sie bissig zu kommentieren verstand. So gesehen ist die grosse Präsenz des Morbiden an der Fasnacht 2016 ein Kommentar zum Zeitgeschehen, das ja wahrlich nicht viel Anlass gibt zur Freude. Mit dem Spiegeln der Aktualität hilft aber die Fasnacht, diese zu bewältigen und so Zuversicht zu fassen.