Überraschend kommen die jüngsten Abgänge am Kantonsspital Baselland (KSBL) nicht, doch das Ausmass ist erschütternd: 22 Kaderärzte haben das KSBL alleine seit dem Scheitern der Fusion mit dem Unispital Basel (USB) verlassen. Bereits in den Vormonaten hatte ein Dutzend Führungskräfte dem KSBL den Rücken gekehrt. Der Aderlass geht weit über die übliche Fluktuation hinaus und zeugt von einer Alarmstimmung, die in etwa lautet: «Rette sich, wer kann.»

Das KSBL ist in einer Abwärtsspirale gefangen: Wegen des Braindrains verliert es medizinisch an Bedeutung und wird von Patienten zunehmend gemieden. Sinkende Erträge schmälern die Kapitalbasis und machen Sparanstrengungen nötig – das KSBL wird noch unattraktiver. Aus diesem Teufelskreis sollte die Fusion mit dem USB führen. Deren Scheitern dürfte die Abwanderungsgelüste beim Personal zusätzlich befeuert haben.

Was nun? Der KSBL-Verwaltungsrat hat vor den Sommerferien seine Zukunftspläne vorgelegt. Nun sind Regierung und Parlament am Zug. Sie müssen eine betriebswirtschaftlich realistische und politisch mehrheitsfähige Alternative zur Spitalfusion erarbeiten. Dies unter riesigem Zeitdruck. Gelingt es ihnen in den kommenden Monaten nicht, Perspektiven zu entwickeln und Vertrauen beim Personal zu schaffen, wird sich der Abwärtstrend akzentuieren. Beim zweiten Rettungsversuch gilt nun die simple Losung: Scheitern verboten.