Eigentlich habe er bisher grosse Stücke auf meinen Musikgeschmack gehalten, meinte er daraufhin. Dass ich jedoch die Kritikerlieblinge und von ihm heiss geliebte Gruppe nicht schätze, könne er nicht verstehen. Ich solle mir doch die Mühe machen und mir ein Album der experimentellen Band mehrmals von Anfang bis Ende anhören. Dann werde der Funken schon auf mich überspringen, war er sich sicher.

Nun ja, ich habe es getan – und nach dem fünften Lied aufgegeben. Da blieb rein gar nichts hängen und ich hatte keine Lust, die Platte weiterzuhören. Musikkonsum ist für mich Entspannung, und dabei will ich nicht hochzentriert sein. Dasselbe gilt für alle anderen Kunstformen, egal, ob es sich nun um Filme, Comics oder Bilder handelt. Sie alle sollen mich vor allem unterhalten – wenn sie mich zudem noch zum Nachdenken anregen, umso besser. Aber nötig ist das nicht.

Theaterstücke, bei denen ich am Schluss nicht weiss, was passiert ist, können mir gestohlen bleiben. Performances, deren Sinn man mit der Lupe suchen muss, und dann doch keinen findet, ebenso. Um Kunst zu konsumieren, die sich nur um sich selbst dreht und mich ratlos zurücklässt, ist mir meine Zeit einfach zu schade. Da lausche ich lieber einem Punkrock-Song oder schaue mir eine Blödelkomödie an.