Alexanderplatz, Kurfürstendamm, Brandenburger Tor, Siegessäule im Tiergarten, Spree, Bundeskanzleramt, Bundestags-, Reichstagsgebäude, und, und, und. Die deutsche Hauptstadt mit ihrer gigantischen Ausdehnung und so vielen Einwohnerinnen und Einwohnern wie die halbe Schweiz macht gewaltig Eindruck.

Zwischen Weihnachten und Neujahr hat unsere Familie für vier Tage Berlin unsicher gemacht: in Bussen, U-Bahn, per pedes. In einem Sightseeing-Bus werden wir zu den Leuchttürmen und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Metropole geführt. Ebenfalls im Voraus gebucht haben wir einen Besuch im DDR-Museum. Hier drückt sich erstmals so richtig Nachdenklichkeit in die Ferienlaune. Unvorstellbar für uns das Leben der Leute in der früheren DDR.

An der Niederkirchnerstrasse der Gang entlang eines Stücks der Mauer, die einst Ost und West geteilt hat und heute unter Schutz steht, macht die Betroffenheit noch tiefer. Ein Wahnsinn, wie DDR-Bürger mit dem Mauerbau einfach eingeschlossen wurden und wie in einem Käfig schmorten.

Nochmals eine Kategorie stärker ist das Befinden in der Ausstellung «Topographie des Terrors» über die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Eindrücklich, mit welcher Kraft Fotos und Informationen diese dramatischen Jahre aufzeichnen und mit welcher Offenheit Deutschland mit dieser Schreckensherrschaft heute umgeht. Beim Anblick des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden bekomme ich Gänsehaut.

Auch deshalb ist Berlin eine Reise wert. Für mich ist es wichtig, solche Stätten mit eigenen Augen gesehen zu haben. Aber ich frage mich: Wie gehen Berliner damit um, die tagtäglich an ihnen vorbei müssen?