Können Kinder nerven? Aber hallo können sie das! Können sie laut sein? Und wie! Nicht ganz so laut wie ein röhrender Auspuff, eine Fasnachtsclique oder ein Blasorchester, aber laut können sie sein. Muss das jeder lustig finden? Nein. Allerdings, als Vater gebe ich zu bedenken: Wenn mein Kind rumnölt und/oder -tobt, dann bin ich gestresst. Wenn sie sich durch erwähntes Toben genervt fühlen und mich das spüren lassen, dann nähere ich mich noch etwas zügiger meinem persönlichen Siedepunkt.

Sollten Sie – also nicht Sie, werte Leserin, werter Leser, sondern Sie, ja, Sie wissen genau, dass ich Sie meine! – sich dazu berufen fühlen, mich verbal anzugehen, oder, um es auf den Gassen-sprachlichen Punkt zu bringen, faul anzumachen, wird etwas passieren.

Doch was? Grundsätzlich stehen mir vom strafbaren Nasenstüber über den Tobsuchtsanfall bis zum verächtlichen Schnauben viele Varianten offen. Oder ich fange an, mit Ihnen rumzudiskutieren, dass Sie auch mal ein Kind waren. Dass das Kind irgendwann Ihre AHV bezahlen wird, dass Kinder unsere Zukunft sind, dass das Kind halt gute/schlechte Laune hat. Oder Hunger. Oder Gluscht. Oder müde ist.

Ich habe aufgehört, eine dieser Optionen zu wählen. Strafbar möchte ich mich nicht machen, Schimpftiraden könnte der Erstgeborene bei unpassender Gelegenheit wiederholen, und diskutieren will ich mit Ihnen nicht. So kam ich zur Erkenntnis, dass mein Bibelstudium sich hier besser auszahlt als das Kampfsporttraining und mein Repertoire an Verbalinjurien. Und brülle grundsätzlich: «Matthäus 19, 14!» Kommt dann ein verständnisloser Blick, folgt stante pede: «‹Lasset die Kinder zu mir kommen!› Hat Jesus gesagt, du Heide!»