An dieser Stelle schrieb ich vor einem Jahr, dass wir einen Fleischwolf gekauft hatten. Wie sich herausstellte und zu meiner nicht so grossen Überraschung, wurde er noch nie benutzt. Gute Fleischstücke lässt man schliesslich ganz und verwurstet sie nicht. So jedenfalls meine Überzeugung. Und Würste kann man kaufen.

Nun hat der Fleischwolf sein vegetarisches Pendant erhalten: einen Entsafter. So einen sah ich in der Kochsendung meines Vertrauens, wo Profi- und Hobbyköche ihre Gerichte auf einen einzigen Löffel packen müssen. Vier Experten kritisieren die Löffel im Anschluss und verteilen Sterne. Das Wichtigste aber: Sie sprechen in mir bis vor kurzem völlig fremden Begriffen über das Kochen. Früher war es einfach: Das Essen schmeckte oder halt nicht. Aber heute spreche ich selbst fast schon fliessend abgehobenes Kochshow-Deutsch. Also von «crunch», von der «richtigen Säure» oder von der «auf den Punkt gebratenen Entenbrust».

Der zweite Effekt der Sendung: Ich muss all die tollen Küchengeräte haben. So auch den Entsafter, mit dem man so tolle Sösschen herzaubern kann. Ich träume nämlich insgeheim von einem sous-vide-gegarten Rindsfilet auf einem Maniok-Püree mit einem geschmeidig aufgeschäumten Rosmarin-Jus und Parmesan-Chip als Ergänzung. Dazu brauchts zwar den Entsafter nicht, aber es würde sicher leckerer mit ihm. In der Zwischenzeit kann ich allerhand Früchte und Gemüse auspressen. Wer schon mal einen Ananas-Kaki-Stangensellerie-Orangen-Apfel-Saft probiert hat, weiss, wovon ich spreche. Man fühlt sich gesund und sportlich, auch wenn man nur auf dem Sofa sitzt, Kochshows schaut und den Saft schlürft.