Vielleicht kennen Sie dieses Ohnmachtsgefühl auch: Sie wissen, dass Sie im Recht sind, aber die mächtige Gegenseite ignoriert Ihre Argumente und setzt ihre Maschinerie gegen Sie in Gang. So erlebt in den letzten neun Monaten: Ich kaufte am Badischen Bahnhof in Basel Bahn Cards für meine Familie. Damit konnten wir während dreier Monate vergünstigt mit dem Zug auf dem Netz der Deutschen Bahn (DB) fahren.

Obwohl ich die Bahn Cards explizit für drei Monate kaufte, musste ich sie auf das Ablaufdatum künden, ansonsten sie ein Jahr weitergelaufen wären – eine moderne Art der Kundenbindung. Ich kündete fristgerecht. Doch die DB akzeptierte nur die Kündigung für meine Bahn Card, nicht aber jene für die übrigen Familienmitglieder. Diese hätten mir eine Vollmacht erteilen müssen, monierte sie und schickte neue Bahn Cards. Auf meinen Einwand, dass wenn ich für die ganze Familie Bahn Cards kaufe, sie auch für die ganze Familie künden könne, ging die DB nicht ein.

Stattdessen setzte sie ihr automatisiertes Mahnverfahren in Gang. Auch eine telefonische Intervention blieb chancenlos. Zwei Mahnungen später übernahm ein Inkasso-Unternehmen das Verfahren, machte bereits einen doppelt so hohen Betrag geltend und drohte mit Betreibung. Nochmals versuchten wir es argumentativ, dieses Mal beim Inkasso-Unternehmen. Und siehe da: Plötzlich stornierte die DB die Forderung gegen die beiden volljährigen Kinder und gab einen Fehler zu. Bei der Ehefrau dagegen will sie in den nächsten Tagen ein Gerichtsverfahren eröffnen, obwohl der Fall genau gleich liegt. Die Bremswege der Mächtigen sind manchmal lang.