Ist es die in den letzten Tagen aufgetauchte starke Konkurrenz, namentlich eines Peter Hegglin, sind es die unsäglichen, peinlichen Störmanöver innerhalb der eigenen Kantonalpartei: Wir wissen nicht, was Elisabeth Schneider-Schneiter zögern lässt, den Entscheid über ihre Bundesratskandidatur bis zum letzten Moment hinauszuzögern. Wir wissen nur, dass ihr dadurch ein anderer zuvorkommen konnte. So pachtete der Zuger CVP-Ständerat Hegglin mit seinem Outing das ganze mediale Interesse des vergangenen Wochenendes für sich.

Indes ist es noch nicht zu spät. Mit einer entschlossenen Zusage und einer kämpferischen Kampagne kann die Baselbieter Nationalrätin den Sprung auf das offizielle Bundesrats-Ticket schaffen. Es darf davon ausgegangen werden, dass die CVP-Fraktion eine Frau und einen Mann nominieren wird. Schneider-Schneiter hat sowohl das Format wie die Verbindungen, diese Frau zu sein. Vermutlich wird es die einzige Chance ihrer Politikkarriere bleiben. Dafür braucht es morgen Abend am CVP-Parteitag von ihr ein ebenso klares «Ja, ich will» wie eine sie enthusiastisch unterstützende Kantonalpartei.

Es gibt keinen Grund, wieso die beiden Basel nicht eigene Bundesratskandidatinnen und -kandidaten mit demselben Selbstvertrauen portieren sollten wie es etwa die Innerschweizer oder Ostschweizer Kantone tun. Die hiesigen Parteien haben eine eigene Meisterschaft darin entwickelt, durch Neid und Zwietracht sich selber zu demontieren und klein zu machen, anstatt die übergeordneten regionalen Interessen voran zu stellen, wenn es wirklich drauf ankommt.

Schneider-Schneiter muss sich ihrerseits bewusst sein, dass es wichtig und ein Erfolg für die Region, für Baselland wäre, nach Caspar Baader (2008) und Hans-Rudolf Nebiker (1987) nur schon wieder einmal einen offiziellen Bundesratskandidaten stellen zu können – den ersten weiblichen in der Geschichte dazu. Für die Rückkehr der beiden Basel in den Bundesrat ist die Selbstverständlichkeit eigener, selbstbewusster Kandidaturen unabdingbare Voraussetzung.