Falls an einem Tag mehr als drei wässrige oder breiige Stühle auftreten, liegt ein Durchfall (Diarrhoe) vor. Häufig kommen zum Durchfall noch Übelkeit und Erbrechen sowie Bauchkrämpfe hinzu. Gliederschmerzen, «Erkältungsbeschwerden» und Fieber können ebenfalls vorliegen. Hierdurch kommt es zum Verlust von Wasser und Elektrolyten, was insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern zu beachten ist. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Kreislaufkollaps führen. Jedoch befreit sich der Körper durch den Durchfall rasch von schädigenden Keimen, sodass nach wenigen Tagen in der Regel bereits eine Besserung des Durchfalls auftritt.

Häufigste Ursache des Sommerdurchfalls sind Infektionen mit Bakterien oder Viren. Die häufigsten Erreger sind «Fäkalbakterien» in verunreinigten Lebensmitteln und Trinkwasser, Verunreinigung von Eiern und Geflügel durch Salmonellen oder Campylobacter sowie Viren als Ursache der «Darmgrippe». Bei Reisen ausserhalb Europas könnte zudem eine Ansteckung mit den Cholera- oder Ruhr-Erregern vorliegen. Warme Temperaturen, wie sie an beliebten Urlaubszielen vorliegen, begünstigen die Vermehrung von Bakterien und erklären somit, dass der Sommerdurchfall einen in den Ferien häufiger trifft.

Zur Vorbeugung des Sommerdurchfalls ist auf gute Hygiene mit regelmässigem Waschen der Hände zu achten. Insbesondere bei Reisen in heissen Ländern nur gekochte und geschälte Speisen essen und zum Beispiel offenen Salat und Glace meiden, Mineralwasser verwenden oder das Trinkwasser abkochen, auf Eiswürfel verzichten und zum Zähneputzen nur abgekochtes Wasser verwenden. Auf rohe und weiche Eier sowie ungegartes Geflügel verzichten. Für bestimmte Durchfallerkrankungen wie Typhus liegt ein Impfstoff vor. Falls Sie Reisen in Länder mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen planen, können Sie sich bei ihrer Ärztin beraten lassen, ob eine Impfung sinnvoll ist.

Ein Sommerdurchfall vergeht in der Regel nach wenigen Tagen. Da der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte mit dem Durchfall verliert, ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgeglichen wird. Spezielle Elektrolytpräparate in Tablettenform oder Beutel mit Flüssigkeit, die Glucose, Natrium, Kalium und Chlorid enthalten, können Sie in der Apotheke kaufen. Falls Ihnen diese Präparate nicht zur Verfügung stehen, können Sie selbst eine Elektrolytlösung mischen. Hierfür verwenden sie:

  • 4 Teelöffel Zucker
  • ¾ Teelöffel Salz
  • 1 Tasse Orangensaft oder
  • 1 Liter Mineralwasser oder abgekochtes Wasser

Rühren Sie hierfür den Zucker mit dem Salz in die Mischung aus Orangensaft und Wasser. Man sollte zirka 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht in den ersten 24 Stunden trinken. Dies bedeutet, dass ein 75 Kilogramm schwerer Mensch 3 Liter dieser Flüssigkeit am ersten Tag nach Auftreten des Sommerdurchfalls trinkt. Am zweiten und dritten Tag nach Auftreten des Durchfalls kann in der Regel Schonkost wie Zwieback oder Schleimsuppen gegessen werden. Falls keine Besserung des Durchfalls nach zwei bis drei Wochen eintritt, falls blutiger Durchfall auftritt, wenn hohes Fieber oder Gelenkschmerzen hinzukommen oder falls der Durchfall nach Beenden einer Fernreise zu Hause auftritt, ist zu überlegen, ärztlichen Rat einzuholen. Besondere Vorsicht ist bei Säuglingen und Kleinkindern geboten.