Kommentar

Cash für Carena

Carena Schlewitt, seit 2008 künstlerische Leiterin der Kaserne Basel, erhält den Basler Kulturpreis.

Carena Schlewitt, seit 2008 künstlerische Leiterin der Kaserne Basel, erhält den Basler Kulturpreis.

Der Kulturpreis geht jedes Jahr an «verdienstvolle Basler Künstlerpersönlichkeiten, die sich für das kulturelle Leben in Basel engagieren», steht in der Beschreibung des Kulturdepartements. Ein Kommentar zur diesjährigen Auswahl des Basler Preises.

Jetzt ist wieder einmal die Vermittlung dran. Nachdem der Basler Kulturpreis die letzten fünf Jahre an Persönlichkeiten aus Musik (Fritz Hauser, 2012), Literatur (Alain Claude Sulzer, 2013), Kunst (Sylvia Bächli, 2014), Design (Fabia Zindel, 2015) und literarische Übersetzung (Ulrich Blumenbach, 2016) gegangen ist, wird dieses Jahr eine Frau ausgezeichnet, die zwischen den Formaten hantiert: Carena Schlewitt, seit 2008 künstlerische Leiterin der Kaserne Basel.

Zynische Zungen kritisieren die grosszügige Subvention

20'000 Franken werden der gebürtigen Leipzigerin am 30. Oktober überreicht werden – ein nettes Sümmchen für die Leiterin einer Institution, die zu den am grosszügigsten subventionierten Läden der Stadt gehört. Das zumindest raunten zynische Zungen, als die Preisträgerin verkündet wurde. Ein fieser Kommentar, der aber durchaus seine Berechtigung hat: Soll der mit 20 000 Franken dotierte Kulturpreis an die Leiterin einer Institution gehen, die ohnehin schon hochsubventioniert ist? Klopft sich da das Präsidialdepartment etwa selbst auf die Schulter?

Beachtliches Niveau, nachhaltiger Mehrwert

Eine nachvollziehbare Frage, findet auch Jeannette Voirol von der Abteilung Kultur. Die Entscheidung sei aber nicht beim Departement gelegen, sondern bei der unabhängigen Jury (in der Voirol auch gelistet ist) – und da habe man sich klar für Schlewitt ausgesprochen. «Carena Schlewitt hat die Kaserne innert kurzer Zeit auf ein beachtliches Niveau gebracht und einen vielfältigen, nachhaltigen Mehrwert für die Kultur und die Stadt geschaffen», so Voirol. Die Tatsache, dass die Kaserne Subventionen bekommt, sei in diesem Fall sekundär. «In erster Linie geht es um die Inhalte, die Frau Schlewitt nach Basel gebracht hat, nicht um ihre Position als Leiterin einer subventionierten Institution.» Und diese Inhalte sind tatsächlich beachtlich: In knapp neun Jahren hat Carena Schlewitt die Kaserne aus der finanziellen Misere geholt und zu einem Kulturhaus von internationaler Bedeutung gemacht. Schlewitt legt Wert auf Vielfalt – unter ihrer Hand gehen Produktionen von regionalen Jungtalenten bis international etablierten Stars über die Bühne. Dazu kommen Kooperationen mit auswärtigen Veranstaltern und stadtnahe Festivals wie die Basler Dokumentartage oder die Treibstoff Theatertage Basel. Stadtnähe bewies die studierte Theaterwissenschaftlerin auch mit Formaten wie «Die Stadt als Bühne» oder «Kaserne unterwegs», wo der urbane Raum zur Bühne wurde.

Der Kulturpreis geht jedes Jahr an «verdienstvolle Basler Künstlerpersönlichkeiten, die sich für das kulturelle Leben in Basel engagieren», steht in der Beschreibung des Kulturdepartements. Da ist Carena Schlewitt definitiv eine passende Wahl und würdige Preisträgerin – Subventionen hin oder her.

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