Mehr als zwei Jahre nach bz und SRF-Regionaljournal hat auch die «Basler Zeitung» mitbekommen, dass bei der Wirtschaftskammer (Wika) nicht alles ganz rund läuft, um es juristisch unangreifbar zu formulieren. Wie damals greift Christoph Buser auch heute die Überbringer der Nachricht mit der ganzen ihm zu Verfügung stehenden Macht an. In der Verbandszeitung wird scharf gegen die entsprechenden Medien geschossen. Man versucht, Fehler in der Recherche nachzuweisen, oder setzt die Journalisten und ihre Arbeitgeber herab.

Die bz kann ein Lied davon singen. Nur eines macht man nicht: Hinstehen und für Transparenz sorgen. Von der Zentralen Arbeitsmarktkontrolle, der nicht nur von Bundesbern ein miserables Zeugnis ausgestellt wurde, bis hin zur Einflussnahme in politische Prozesse, um der Wika Aufträge zuzuschanzen.

Doch steter medialer Tropfen höhlt den Stein. Die bürgerlichen Parteien, bis anhin treue Verbündete, gehen Schritt für Schritt auf Distanz. Buser sieht seine Felle davon schwimmen. Anders ist es nicht zu erklären, wieso er, immerhin Landrat, einen Anwalt aus Zürich auf zwei Baselbieter Parteipräsidenten losgelassen hat. Angeblich, so die jüngste Erklärung, ging es dabei um die BaZ und keineswegs um die Einschüchterung von linken und grünen Politikern, die der Wika hart an den Karren gefahren sind. Das ist wenig glaubwürdig. Denn die unterschwellige Drohung in den Schreiben kann nicht überlesen werden.

Mit diesem unüberlegten Schritt hat sich Buser, der es gerne nochmals auf die FDP-Nationalrats-Wahlliste schaffen würde, eigentlich von der Politik verabschiedet. Denn Politik bedeutet Debatte, Auseinandersetzung mit Argumenten und, ja, auch Interessensvertretung. Aber ganz sicher nicht, den Gegner mit juristischen Mitteln einzuschüchtern. Wer so agiert, hat schon verloren.